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Von englischem Gospel zu französischem Chanson

Singer-Songwriterin Anne Harmsen alias „The Cat´s Back“ ist in Professor Pröpstls Puppentheater im Bandhaus zu Gast

Anne Harmsen alias „The Cat’s Back“ singt in verschiedenen Sprachen, spielt Akkordeon und E-Drums. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Anne Harmsen alias „The Cat’s Back“ singt in verschiedenen Sprachen, spielt Akkordeon und E-Drums. Foto: J. Fiedler

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Sie schreibt und singt ihre Chansons in verschiedenen Sprachen, spielt Akkordeon und hat noch so manche Überraschungseffekte parat. „Ich komme aus den Niederlanden und meine Lieder müssen wandern“, begrüßt Anne Harmsen alias „The Cat’s Back“ das Publikum in Professor Pröpstls Puppentheater. Gregor Oehmann, der im kleinen Theater im Bandhaus nicht nur Puppentheater, sondern auch Kleinkunstveranstaltungen auf die Bühne bringt, ist von einer Theaterkollegin auf The Cat´s Back aufmerksam gemacht worden. „Die muss sofort her“, sagte er sich, nachdem er Videos von der Sängerin und Akkordeonspielerin gesehen hatte. Jetzt ist sie bereits zum zweiten Mal zu Gast.

Sieben Sprachen spricht die Künstlerin und beginnt mit einem niederländischen Lied. Nur wenige Stücke in ihrer Muttersprache hat sie im Programm. „Dann haben Sie es gleich hinter sich“, fügt sie lächelnd an. Voll und warm ist ihre tiefe Stimme, wenn sie von ihrer Oma singt. Von melancholischen Klängen geht es rockig weiter beim deutschen Stück „Laika“, in dem es um einen Hund geht, der mit einer Rakete ins All geschossen wurde und nie zurückkehrte. Auch Instrumentalstücke auf dem Akkordeon hat sie im Repertoire, wie „Tango für Katrina“. Das Stück hat sie beim Auftritt einer Trapezkünstlerin geschrieben, während diese ihre Darbietungen zeigte. The Cat´s Back war früher selbst als Trapezartistin auf den Bühnen Europas unterwegs.

Facettenreich ist ihre Stimme. Dass die Solokünstlerin einen ganzen Chor ersetzen kann, zeigt sie mit ihrer „Zaubermaschine“. Mehrstimmig singt sie auf der Loop-Station Gospelsequenzen ein, die überlagert wiedergegeben zu einem beeindruckenden A-cappella-Klangerlebnis werden. Und vom englischen Gospel geht es zu einem französischen Chanson.

Eine besondere Überraschung wird dem Publikum bei der Veranstaltung geboten. Als Gastmusikerin betritt Cindy Velz die Bühne. Die Frau des Theaterbetreibers Gregor Oehmann ist klassische Konzertklarinettistin. Bei Anne Harmsens erstem Auftritt in Professor Pröpstls Puppentheater entstand die Idee, Gesang, Akkordeon und Klarinette bei einem Stück zu kombinieren. Harmsen schickte Velz im Vorfeld des zweiten Konzerts in Backnang eine Aufnahme zu, auf die die Klarinettistin die Begleitung komponierte. Herausgekommen ist ein harmonisches Zusammenspiel.

The Cat´s Back erzählt in ihren Liedern Geschichten aus dem Leben. Mal haben die Texte einen ernsten Hintergrund, etwa wenn es um den Lebensweg einer kämpferischen Frau geht. Dann wird es spaßig bei einem Hundelied, bei dem die Besucher aufgefordert sind, den Refrain zu bellen. Das klappt hervorragend und gipfelt schließlich in einem schrägen Jaulkonzert. Mit verbundenen Augen und Schnabelmaske singt Harmsen ein Liebeslied und zwitschert dabei in den höchsten Tönen. Oder sie singt von der Krankheit, sich nicht entscheiden zu können, in dem es heißt: „Wenn Amor scheiße schießt …“ Die Frage im Text ist: „Siegt oder versiegt die Liebe?“

Am Ende des Konzerts könnte man meinen, eine ganze Band stünde auf der Bühne. Zum Einsatz kommt noch einmal die „Zaubermaschine“. Sequenzen, die sie mit dem Akkordeon einspielt, werden wiedergegeben während sie dazu auf den E-Drums spielt. „Ich hab nur Bauschaum im Kopf“, singt sie zu den rockigen Klängen. Präsentiert hat die facettenreiche Solokünstlerin mit der wundervollen Stimme ein abwechslungsreiches Programm mit jeder Menge Ideen.

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Erstellt:
1. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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