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Vorreiter beim autonomen Mähen

Gemeinde Althütte kauft ersten Mähroboter im Kreis – Kunstrasen wird für 441000 Euro saniert

Die TSV-Vorstandsmitglieder Patrick Lex (links) und Steffen Klauss kümmern sich um den Rasen des Sportplatz Althütte. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die TSV-Vorstandsmitglieder Patrick Lex (links) und Steffen Klauss kümmern sich um den Rasen des Sportplatz Althütte. Foto: A. Becher

Von Annette Hohnerlein

ALTHÜTTE. Ein Mähroboter wird künftig nachts seine Runden auf dem Rasensportplatz in Althütte drehen. Der TSV Althütte ist der erste Sportverein im Kreis, der diese Technik einsetzt. Bisher hat die Gemeinde die beiden Plätze gepflegt, in Zukunft soll diese Aufgabe der TSV gegen eine jährliche Pauschale von 10000 Euro übernehmen.

Die Mäharbeiten auf dem Naturrasensportplatz durch den Bauhof brachten in der Vergangenheit manchmal Probleme mit sich, da der Rasen vor den Spielen am Wochenende gemäht werden musste, die Bauhofmitarbeiter aber mehrmals durch dringende Einsätze zum Beispiel bei Rohrbrüchen oder durch Arbeiten auf dem Friedhof verhindert waren. Daher beschlossen die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig, die Pflege der beiden Sportplätze (Kunst- und Naturrasenplatz) sowie der umgebenden Grünanlage dem TSV gegen eine jährliche Vergütung von 10000 Euro zu übertragen. Gleichzeitig soll ein Mähroboter angeschafft werden, der wie ein Heinzelmännchen nachts seine Arbeit erledigt, sodass auf die Spieler morgens ein frisch gemähter Rasen wartet.

Der Rasen ist in rund zehn Stunden gemäht, inklusive zweier Pausen

Das Gerät mit dem Namen „BigMow Mähroboter connected“ der Firma KommTek aus Möckmühl kostet einschließlich Ladestation und Installation rund 18500 Euro. Abzüglich eines Zuschusses durch den Württembergischen Landessportbund in Höhe von 4500 Euro verbleiben für die Gemeinde Kosten von knapp 14000 Euro. Von der Vergütung für den TSV werden in den kommenden sieben Jahren jeweils 2000 Euro einbehalten und damit der Investitionszuschuss an die Gemeinde zurückgezahlt.

„Ein Mähroboter ist bei uns im Kreis ein Novum“, bemerkte Bürgermeister Reinhold Sczuka, der sich derartige Geräte schon im Einsatz bei den Stuttgarter Kickers angeschaut hat, „Es ist gut, wenn wir auch in diese Technik einsteigen. Dadurch wird unser Bauhof personell und maschinell entlastet.“

Steffen Klauss, zweiter Vorsitzender des TSV Althütte und Leiter der Abteilung Fußball, erhofft sich durch den Einsatz des Mähroboters eine große Zeitersparnis für den Verein. Bei seinen nächtlichen Einsätzen wird er den 7500 Quadratmeter großen Rasenplatz in rund zehn Stunden mähen, inklusive zweier Pausen von 45 Minuten, in denen er an die Ladestation muss. Thomas Kuntz von der Bürgerliste gab zu bedenken, dass ein solcher Mähroboter nicht ganz ungefährlich sei und darüber hinaus auch Diebe anlocken könne. In diesen Punkten konnte ihn Klauss beruhigen. Das Gerät schalte sich automatisch ab, sobald ein Hindernis in den Bereich der Messer kommt. Und wenn es vom Platz entfernt werde, setze die Diebstahlsicherung eine Meldung an die Polizei ab.

Beim TSV Althütte haben sich genügend Vereinsmitglieder bereit erklärt, mit anzupacken, wenn ab dem kommenden Frühjahr die Pflege des Areals übernommen wird, versichert Klauss. Sie werden unentgeltlich tätig sein, sodass die Pauschale in voller Höhe dem TSV zugutekommt. Neben dem Naturrasenplatz ist der TSV Althütte in Zukunft auch für die Pflege des Kunstrasenplatzes zuständig. Dieser ist inzwischen fast 20 Jahre alt und hat die vom Hersteller angegebene Lebensdauer von zehn bis zwölf Jahren deutlich überschritten. Daher steht jetzt eine Sanierung an, die die Gemeinde rund 345000 Euro brutto kosten wird.

Im Zug dieser Maßnahme werden die beiden Sportplätze mit einem hohen Drahtzaun umgeben, um zu verhindern, dass zwei- oder vierbeinige ungebetene Gäste das Gelände betreten und verschmutzen. Da dieser Zaun mit rund 96000 Euro brutto zu Buche schlägt, kommen auf die Gemeinde Kosten in Höhe von rund 441000 Euro zu. „Der Betrag tut weh“, so Reinhard Pfeil von der Freien Wählervereinigung, „aber wir kommen nicht drumherum.“ Nachdem der Gemeinderat einstimmig seine Zustimmung gegeben hat, wird die Verwaltung diese Beträge im Haushalt 2019 einplanen und dem TSV Althütte die entsprechende Zusage geben, damit dieser Zuschüsse beim Württembergischen Landessportbund beantragen kann.

„Zwei Kunstrasenplätze sind riesen Kostenfaktor für die Gemeinde“

Der Kunstrasenplatz in Sechselberg, der etwa zur gleichen Zeit wie der in Althütte anlegt wurde, ist ebenfalls in die Jahre gekommen und ein Sanierungsfall, obwohl er durch den TSV Sechselberg gut gepflegt wurde, wie Ute Wendel von der Bürgerliste betonte.

Bürgermeister Sczuka stellte jedoch klar, dass die Gemeinde nicht auf Dauer zwei Kunstrasenplätze unterhalten kann. „Das ist ein riesen Kostenfaktor für die Gemeinde“, pflichtete FWV-Gemeinderat Rudi Beck bei und stellte gleichzeitig die Frage in den Raum, wie es mit dem Sechselberger Platz weitergehen soll, zumal man sich dort bemühe, das Vereinsleben wieder zu aktivieren.

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Erstellt:
21. September 2018, 06:00 Uhr

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