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Wahlen unter schwierigen Bedingungen

Die Katholiken haben ihre neuen Kirchengemeinderäte gewählt. Wegen Corona konstituieren sich die neuen Gremien erst später.

Die Kirchengemeinderatswahlen der Katholiken liefen in diesem Jahr anders ab als üblich. Symbolbild: E. Layher

© Edgar Layher

Die Kirchengemeinderatswahlen der Katholiken liefen in diesem Jahr anders ab als üblich. Symbolbild: E. Layher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die jüngsten Kirchengemeinderatswahlen der katholischen Kirchengemeinden haben unter besonderen Voraussetzungen stattgefunden. Ursprünglich sollten die Gläubigen am 22. März zur Wahlurne gehen. Aufgrund der Coronapandemie war dies aber nicht möglich. So wurde dem Wahlvolk die Möglichkeit der Briefwahl nicht nur eingeräumt, sondern es war am Ende auch die einzige Möglichkeit, seine Stimme abzugeben. Damit dies im gesamten Dekanat Rems-Murr beziehungsweise in der Diözese Rottenburg-Stuttgart möglich war, musste die Stimmabgabe in einzelnen Gemeinden verlängert werden. Auch die folgende Auszählung lief nicht nach dem üblichen Muster ab, sodass viele Ergebnisse erst mit großer Verzögerung gemeldet wurden. Jetzt aber heißt es in einer Mitteilung des Dekanats Rems-Murr: „Die Wahlen sind abgeschlossen.“

Halleluja möchte man sagen. Marcel Dagenbach, der Geschäftsführer des Dekanats Rems-Murr, schreibt: „Unter schwierigen Bedingungen konnte ausschließlich per Briefwahl gewählt werden. Die Auszählung der Stimmen zog sich zum Teil weit in den April hinein, da zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und der Einhaltung von Hygienevorschriften getroffen werden mussten.“

Schlussendlich kam auch in den vier Seelsorgeeinheiten des Altdekanats Backnang – also Backnang, Weissacher Tal, Oberes Murrtal und Kirchberg/Oppenweiler – trotz der widrigen Umstände eine erfolgreiche Wahl zustande. Aufgrund der allgemeinen Situation und den eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten werden sich die neuen Kirchengemeinderäte jedoch laut bischöflichem Gesetz erst zwischen dem 15. Juni und dem 31. Juli dieses Jahres konstituieren können. Bis dahin bleiben die seitherigen Räte im Amt und leiten zusammen mit dem Pfarrer die jeweiligen Kirchengemeinden.

Grundsätzlich war die Wahl auch wieder schwierig, weil die Bereitschaft, sich wählen zu lassen und Verantwortung in den Gemeinden zu übernehmen, sehr überschaubar war und ist. Dekan Wolfgang Kessler drückt es in einer Pressemitteilung freundlicher aus: „Es ist sehr erfreulich, dass in allen Kirchengemeinden des Dekanates Rems-Murr gewählt werden konnte und sich genügend Kandidatinnen und Kandidaten zur Kandidatur bereit erklärt haben.“ Kessler hat erst seit September 2019 die Seelsorgeeinheit Rems-Mitte (Schorndorf/Winterbach) übernommen und war zuvor als Referent für die Priester der Diözese im bischöflichen Ordinariat in Rottenburg tätig. Und so erklärt Kessler weiter. „Ein großer Dank gilt allen, die unter schwierigen Bedingungen in der gegenwärtigen Zeit die Wahl vorbereitet haben und bei der Durchführung und der Auszählung beteiligt waren.“

Lag die Wahlbeteiligung vor fünf Jahren schon bei mickrigen 16,75 Prozent, so schafften es die Katholiken jetzt, auch diesen Wert noch zu unterschreiten. Nur noch knapp über 14 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrem Recht Gebrauch. Kessler: „Leider war die Wahlbeteiligung insgesamt geringer als bei der vergangenen Wahl.“ Immerhin: Über 50 Prozent der gewählten Personen werden erstmals in den Kirchengemeinderäten mitarbeiten. Kessler: „Es ist ein ermutigendes Zeichen in dieser Zeit, dass sich auch heute Menschen weiterhin für die Kirche vor Ort engagieren.“

Die Gewählten in den vier Seelsorgeeinheiten des Altdekanats Backnang

Seelsorgeeinheit Backnang

Christus König: Gabriele Brönner (199), Michael Burgis (168), Siegfried Drescher (192), Tobias Fink (168), Gerta Hild (237), Michael König (187), Fabrizia Schlatterer-Mariani (181), Elisabeth Schönhals (210), Michael Unger (179) und Günther Weißbarth (206).

St. Johannes Baptist: Claudia Ax (308), Monika Batzenschlager (247), Elsbeth Eberle (219), Cornelia Eusebi (233), Susanne Höppler (264), Matthias Jungerth (340), Thorsten Rist (253), Monika Schwartz (283), Herbert Stiedl (232) und Manfred Zimmermann (243).

Sagrada Familia (portugiesische Gemeinde): Ana Cabrita Martins Ramos Gelies (15), Maria Marieta Miranda de Sousa (23), Lígio Miranda de Sousa (22), Linda Fernandes (27).

Sveti Ante Padovanski (kroatische Gemeinde): Blagica Bariši (1), Ivica Maglica (2), Mladen Musa (4), Ilija Šari (4), Vesna Šari (4).

Seelsorgeeinheit Oberes Murrtal

St. Maria, Murrhardt: Klaus-Peter Haskamp (190), Tobias Horwath (245), Christine Kindermann-Weber (202) Iwona Kolodziejczik (202), Gitta Luther-Frömel (251), Martin Nentwich (246), Franziska Schönemann (260), Matthias Schulte (273), Julia Sträb (261) und Ralf Wallau (247).

St. Paulus, Sulzbach an der Murr: Andrea Baumann (106), Karin Fuchs (89), Cristina Henriques (86), Claudia Rosenberger (85), Nils-André Schober (102), Edvin-Chesley Singarajah (86), Brigitta Walz (92) und Simone Wunschik (83).

Seelsorgeeinheit Oppenweiler/Kirchberg an der Murr

St. Stephanus, Oppenweiler: Albert Abel (182), Luisella Ehinger (200), Niclas Tobias Hansel (220), Irene Heining-Csauth (183), Cornelia Heinze (176), Michaela Kohl (212), Walter Müller (128), Sylwia Nowak (186), Annika Ellen Britta Pauli (170), Klaus Schneider (222), Christel Strick (187) und Bernd Wengel (209).

St. Michael, Kirchberg an der Murr: Axel Borsdorf (139), Irene Enge (162), Martin Kaluza (123), Ute Michaelis (173), Elisabeth Schmid (144), Anne Schwaderer (150), Michaela Sleziona (141) und Achim Trost (156).

Seelsorgeeinheit Weissacher Tal

Zur Heiligsten Dreifaltigkeit, Weissach im Tal: Christian Baumann (281), Jörg Blessing (212), Thomas Breitbach (249), Siegfried Brünle (239), Sabine Haberl (276), Andreas Hergert (190), Werner Menzl (211), Siglinde Musterle (239), Claudia Peyer (249) und Roland Peyer (217).

Herz Jesu, Ebersberg: Sabine Fallert (141), Gabriele Goertsches (142), Dieter Hindl (154), Anita Kütahneci (139), Regine Pscheidl (157) Frank Scharer (166), Kornelia Schwenk (139), Anette Seez (175) und Peter Troche (170).

Zahlen und Fakten:

356 Frauen und Männer hatten für 305 Ratssitze in den 27 Kirchengemeinden des Dekanats Rems-Murr kandidiert. Gewählt wurden 157 Frauen (51 Prozent) und 148 Männer (49 Prozent). Im Durchschnitt sind die gewählten Vertreter 50 Jahre alt. 155 Kirchengemeinderäte kamen neu ins Amt. Wahlberechtigt im Dekanat Rems-Murr waren insgesamt 74503 Katholiken. Die Wahlbeteiligung lag in diesem Jahr bei 14,02 Prozent (2015: 16,75 Prozent).

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Erstellt:
14. Mai 2020, 06:00 Uhr

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