Rotterdam
Wahllose Morde – Täter kommt in Psychiatrie
Drei Morde, Panik in Rotterdam: Wie Stimmen und Cannabis einen 25-Jährigen zum Töten trieben – das Gericht lässt den Mann einweisen.
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Die Morde sorgten für Panik in Rotterdam.
Von red/dpa
Ein wahllos tötender Mann versetzte Rotterdam zwei Wochen lang in Angst - nun hat ein Gericht in der niederländischen Hafenstadt den 25-Jährigen wegen drei Morden zu 14 Jahren Haft verurteilt. Außerdem ordneten die Richter die Einweisung des psychisch kranken Mannes in den Maßregelvollzug an.
Ende 2024 und Anfang 2025 erschoss der Mann an verschiedenen Tagen drei nichtsahnend über die Straße laufende Männer - immer im Stadtteil IJsselmonde. In den Straßen verbreitete sich damals Panik und die Polizei rief Einwohner auf, lieber nicht mehr das Haus zu verlassen.
Mann habe unter dem Einfluss von Stimmen gehandelt
„Die Morde sind sinnlos und für die Hinterbliebenen kaum zu begreifen; sie müssen für immer auf ihre Liebsten verzichten“, erklärte das Gericht. „Auch in der Gesellschaft insgesamt und im Stadtteil IJsselmonde im Besonderen haben die Morde und der Gedanke, dass jemand in der Nachbarschaft sein Unwesen trieb und wahllos Menschen erschoss, zu großer Angst und Unruhe geführt, auch noch lange, nachdem der Verdächtige festgenommen worden war.“
Wie Sachverständige feststellten, leidet der Todesschütze unter verschiedenen Erkrankungen wie Schizophrenie, hat eine geistige Beeinträchtigung und konsumierte viel Cannabis. Er habe unter dem Einfluss von Stimmen gehandelt, die ihm befahlen, Menschen für Geld zu töten. Wegen dieser Erkrankungen sei gegen den Mann keine lebenslange Haft verhängt worden. Verurteilt wurde der Mann außerdem für eine Messerattacke Mitte 2024, bei der er in Rotterdam einen Mann lebensgefährlich verletzte.
