Neue Barren in Paris
Warum holt Frankreich Gold aus den USA zurück? - Das steckt dahinter
Frankreich hat seine Goldreserven aus den USA abgezogen und dabei Milliarden verdient. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung und welche Folgen hat sie?
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Frankreich holt Gold aus den USA zurück und erzielt dabei Milliarden. Erfahren Sie, warum die Banque de France diesen Schritt unternommen hat und welche Auswirkungen dies auf die internationale Debatte über Goldreserven hat.
Von Matthias Kemter
Die Banque de France hat einen bedeutenden Schritt unternommen. Sie hat ihre restlichen Goldreserven aus den USA verkauft und durch neue Barren ersetzt, die nun in Paris lagern. Aber was ist der Hintergrund?
Ein strategischer Schritt mit wirtschaftlichem Fokus
Frankreichs Entscheidung, Goldreserven aus den USA zurückzuholen, ist Teil eines langfristigen Modernisierungsprogramms. Bereits seit 2005 arbeitet die Banque de France daran, ältere Goldbarren durch moderne, international standardisierte Barren zu ersetzen. Diese entsprechen den Anforderungen der London Bullion Market Association (LBMA) und sind dadurch leichter handelbar. Zwischen Juli 2025 und Januar 2026 verkaufte Frankreich 129 Tonnen Gold (etwa 5 Prozent der gesamten französischen Goldreserven), die zuvor in den USA gelagert waren und ersetzte sie durch neue Barren, die nun in Paris aufbewahrt werden. Der Bestand der französischen Goldreserven blieb dabei unverändert bei 2.437 Tonnen.
Der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau sagte, dass sich die neuen Barren nun in Paris befinden, weil das Gold mit höherem Standard auf einem europäischen Markt gehandelt wird und dass die Entscheidung nicht politisch motiviert war. Obwohl die politischen Spannungen zwischen Frankreich und den USA, insbesondere unter der Regierung von Donald Trump, zugenommen haben, betonte die Banque de France, dass die Entscheidung rein wirtschaftlich motiviert war. Der Verkauf in New York und der Neukauf in Europa sei außerdem einfacher gewesen als eine lange, teure und riskante Rückholaktion der Bestände.
Milliardengewinn durch hohe Goldpreise
Ein entscheidender Faktor für diesen Schritt war vor allem auch der hohe Goldpreis. Durch den Verkauf der alten Bestände und den gleichzeitigen Rückkauf neuer Barren konnte die Banque de France einen Gewinn von rund 12,8 Milliarden Euro verbuchen. Dieser Gewinn half der Zentralbank, Verluste aus dem Jahr 2024 auszugleichen und ihre Bilanz zu stärken.
Zentralisierung der Reserven in Paris
Mit diesem Schritt hat Frankreich seine Goldreserven vollständig in Paris zentralisiert. Das Untergrunddepot "La Souterraine" beherbergt nun alle 2.437 Tonnen Gold des Landes. Bis 2028 plant die Banque de France, weitere 134 Tonnen älterer Barren zu modernisieren.
Debatte in Deutschland: Sollten auch wir handeln?
Frankreichs Vorgehen hat die Diskussion in Deutschland neu entfacht. Die Bundesrepublik verfügt über 3.352 Tonnen Gold, von denen ein erheblicher Teil in New York und London gelagert wird. Kritiker warnen vor geopolitischen Risiken und fordern eine Rückholung der Bestände. Die Bundesbank betont jedoch, dass die Lagerung im Ausland historisch bedingt und sicher sei.
