Landtagswahl 2026

Was ist die Partei der Humanisten?

Die Partei der Humanisten will bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg mit Wissenschaft und Liberalität punkten. Mit ihren Ideen liegt sie teils quer zum Gewohnten.

Das Land im Wahlfieber: Überall weisen Plakate auf die bevorstehende Landtagswahl hin.

© Roberto Bulgrin

Das Land im Wahlfieber: Überall weisen Plakate auf die bevorstehende Landtagswahl hin.

Von Janina Link

Die Landtagswahl 2026 rückt immer näher und Millionen Wählerinnen und Wähler stehen vor der Entscheidung, welche politische Richtung das Land in den nächsten Jahren einschlagen soll. Neben den großen Parteien versuchen auch kleinere Gruppierungen, wahrgenommen zu werden.

So auch die Partei der Humanisten (PdH), die 2014 gegründet wurde und inzwischen in allen Bundesländern aktiv ist. Bundesweit wird die Kleinpartei von Felicitas Klings geleitet, nach eigenen Angaben zählt sie über 2.200 Mitglieder. Bei Wahlen erreichte sie bislang nur geringe Stimmanteile, etwa 0,1 Prozent bei der Bundestagswahl 2021 und 0,2 Prozent bei der Europawahl 2024.

Ethik statt Religion gefordert

Die Partei positioniert sich als wissenschaftlich orientierte, liberale und zukunftsgerichtete Kraft, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Zentral sind Aufklärung, Selbstbestimmung und die Orientierung an wissenschaftlichen Fakten. Ideologien oder religiöse Vorgaben spielen in ihren Programmen keine Rolle.

Die Partei setzt daher auf eine konsequente Trennung von Staat und Kirche, fordert etwa die Abschaffung der Kirchensteuer, den Ersatz von Religionsunterricht durch Ethikunterricht und eine Entfernung des Gottesbezugs aus dem Grundgesetz.

Bildung und Digitalisierung: PdH setzt auf moderne Lösungen

Inhaltlich legt die PdH besonderen Wert auf Wissenschaft, Bildung und Digitalisierung. Sie möchte ein bundesweit einheitliches Bildungssystem schaffen, frühkindliche Förderung stärken und dafür sorgen, dass Schulen auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aufbauen. Die Verwaltung soll modernisiert und digitalisiert werden, gleichzeitig setzt die Partei auf transparente und staatliche Kontrolle kritischer Infrastruktur.

Kernkraft für Humanisten-Partei nicht ausgeschlossen

Klimaschutz und Umweltpolitik sind für die PdH eng mit Wissenschaft und Innovation verbunden. Sie unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien, setzt aber auch auf Kernkraft als mögliche Ergänzung. Massentierhaltung soll beendet, Tierversuche reduziert und gentechnisch veränderte Pflanzen gezielt eingesetzt werden. Die Partei möchte die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen und Maßnahmen wie einen ausgeweiteten Emissionshandel und ein Klimageld umsetzen.

PdH fordert Grundeinkommen und Bürgerversicherung

Sozial- und Gesundheitspolitik spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Die PdH tritt für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein, will Inklusion und Integration fördern und Obdachlosigkeit durch Programme wie Housing First bekämpfen. Im Gesundheitswesen setzt sie sich für eine einheitliche Krankenversicherung, bessere Arbeitsbedingungen und Krankenhäuser in öffentlicher Hand ein.

Außerdem unterstützt sie eine Impfpflicht für Kinder, die Widerspruchslösung bei Organspenden sowie die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und Leihmutterschaften. Drogen sollen entkriminalisiert werden.

Sonntagsverkauf liberalisieren?

In der Wirtschaftspolitik strebt die Partei unter anderem Reformen bei der Einkommensteuer an. Sonntagsverkaufsverbote sollen aufgehoben werden, um mehr Freiheit für Verbraucher und Handel zu schaffen.

Außenpolitisch fordert die PdH eine europäische Zusammenarbeit auf hohem Niveau: Sie spricht sich für eine EU-Armee aus, will die EU-Außengrenzen strenger kontrollieren, gleichzeitig aber offene Grenzen innerhalb Europas fördern. Langfristig eine stärkere europäische Integration bis hin zu einer „Bundesrepublik Europa“ gehören ebenfalls zu ihren Zielen.

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Erstellt:
26. Februar 2026, 14:34 Uhr

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