Weissacher Hilfstrupp gründet Verein

Im Fokus des frisch gegründeten Vereins „hands for help“ stehen zunächst Hilfsprojekte für ukrainische Flüchtlinge.

In Cottenweiler sammelten Unterstützer von „hands for help“ Ende März erneut Spendengüter für die Ukraine. Der Verein plant dies zukünftig öfters. Foto: privat

In Cottenweiler sammelten Unterstützer von „hands for help“ Ende März erneut Spendengüter für die Ukraine. Der Verein plant dies zukünftig öfters. Foto: privat

Von Anja La Roche

Weissach im Tal. Das Team um den Krankenpfleger und Sanitäter Sebastian Bauer aus Oberweissach hat nun einen Verein gegründet, der den Namen „hands for help“ trägt. Mit diesem Verein wollen sie den vom russischen Angriff betroffenen Ukrainern weiterhin humanitäre Hilfe leisten. Wenn die Formalitäten geregelt sind, geht Sebastian Bauer bereits von etwa 70 Vereinsmitgliedern aus.

Die Gründer des Vereins sind bereits im vergangenen Monat in die polnische Stadt Lublin gefahren, um der dortigen Caritas Hilfsgüter zu übergeben (wir berichteten). Dort waren sie erschüttert von den Eindrücken vor Ort und merkten, dass sie mehr tun möchten. Sie wollen nun sowohl für ukrainische Flüchtlinge als auch bei anderen Krisen längerfristig Hilfe leisten. Beispielsweise will der Verein regelmäßig Sachspenden sammeln. Damit auch wirklich diejenigen Güter gesammelt werden, die vor Ort benötigt werden, findet man eine entsprechende Liste auf der Website von „hands for help“. Diese schickt die Caritas aus Lublin dem Verein zu.

Grundschüler spendeten an den Verein

Die zweite Spendensammelaktion fand bereits am 29. März in Cottenweiler statt. Besonders berührt hat das Helferteam die Spende einer 3. Klasse der Schule an der Weissach. Die Kinder hätten dies eigenständig organisiert, berichtet Sebastian Bauer. Zudem hätten Schüler der Grundschule Ostereier bemalt und verkauft. Den Erlös spendeten die Kinder ebenfalls dem Hilfsverein, erzählt Bauer dankbar.

Die Bereitschaft zu spenden ist jedoch insgesamt im Vergleich zur ersten Aktion stark zurückgegangen. „Das könnte daran liegen, dass es inzwischen mehr Hilfsangebote gibt, aber auch daran, dass die Leute wieder mehr nach sich selbst schauen“, vermutet der Oberweissacher. Lediglich 1,5 Tonnen Hilfsgüter konnte das Team einsammeln; beim ersten Mal waren es sieben Tonnen. Da sich eine Fahrt an die ukrainische Grenze für diese geringe Menge nicht lohnen würde, haben die Helfer nach einem alternativen Plan gesucht. Die gesammelten Spenden brachten sie schließlich nach Stuttgart, von wo aus ein Lkw eines weiteren Hilfsprojekts startete.

Die nächste Sammelaktion des jungen Hilfsvereins wird derzeit geplant. „Wir schauen gerade nach einem geeigneten Lager“, sagt Sebastian Bauer. Dort möchte der Verein eine Woche von mittags bis nachmittags Spenden für die Ukraine annehmen. Dadurch, dass an mehreren Tagen gesammelt wird, sollen auch Personen mit wenig Zeit die Möglichkeit haben, Sachspenden vorbeizubringen.

Aktionen für geflüchtete Kinder geplant

Des Weiteren plant der Verein lokale Aktionen für hier ankommende Flüchtlinge in Weissach und in weiteren Gemeinden. Dazu stehe man bereits mit den Verantwortlichen der Gemeinde in Kontakt, so Sebastian Bauer. Auch mit Allmersbach im Tal und Auenwald strebe man eine solche Kooperation an. Ein solches Projekt wurde bereits umgesetzt. Kürzlich renovierten sieben Unterstützer von „hands for help“ eine Wohnung der Gemeinde Weissach. Die zuvor desolate Wohnung konnte inzwischen an ukrainische Flüchtlinge übergeben werden, berichtet Sebastian Bauer. Einen Fokus will der Verein zukünftig auch auf Aktionen für geflüchtete Kinder setzen.

Website Informationen zum Verein und den Hilfsprojekten findet man unter www.handsforhelp.de.

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Erstellt:
20. April 2022, 06:00 Uhr

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