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Weissenhofsiedlung bekommt Europäisches Kulturerbe-Siegel

dpa/lsw Stuttgart. Als Teil der Werkbundsiedlungen der Jahre 1927 bis 1932 in den heutigen Staaten Deutschland, Österreich, Polen und Tschechien soll auch die Stuttgarter Weissenhofsiedlung das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten. Die Werkbundsiedlungen stehen für damals entwickelte neue Wohnkonzepte und sind Ausdruck einer hellen, reformorientierten Moderne. Sie hätten wesentlich Impulse für die Architekturentwicklung im 20. Jahrhundert gegeben, sagte Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am Mittwoch.

Das Le Corbusier Haus der Weissenhofsiedlung in Stuttgart. Foto: picture alliance / Franziska Kraufmann/dpa/Archivbild

Das Le Corbusier Haus der Weissenhofsiedlung in Stuttgart. Foto: picture alliance / Franziska Kraufmann/dpa/Archivbild

Zwischen 1927 und 1932 entstanden sechs Werkbundsiedlungen in Stuttgart, Brno (Brünn), Wroclaw (Breslau), Zürich, Wien und Prag. Als Initialzündung gilt der Bau der Weissenhofsiedlung im Rahmen einer Bauausstellung des Deutschen Werkbundes. Zwei Häuser des Star-Architekten Le Corbusier (1887-1965) waren im Sommer 2016 in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen worden. Ein Gebäude dient als Museum. Die Weissenhofsiedlung umfasste ursprünglich einmal 33 kubische Flachdachhäuser verschiedener Architekten. Ein Großteil wurde im Krieg zerstört, nur elf stehen noch.

„Stuttgart untermauert damit seinen hohen Stellenwert bei der Architektur der Moderne“, sagte der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Fritz Kuhn, zur Auszeichnung. Nur wenige Bauausstellungen hätten eine vergleichbare Breitenwirkung erzielen können wie die 1927 eröffnete Ausstellung des Deutschen Werkbunds „Die Wohnung“ am Stuttgarter Weissenhof. „In dieser Tradition wollen wir natürlich auch die aktuelle Internationale Bauausstellung IBA 2027 in Stuttgart fortführen“, sagte der Grünen-OB.

Das Europäische Kulturerbe-Siegel gibt es seit 2011. Es zeichnet Stätten aus, die einen bedeutenden europäischen symbolischen Wert haben. Das Siegel fördert unter anderem den Kulturtourismus und damit auch den wirtschaftlichen Nutzen. Im jüngsten Bewerbungsverfahren hatten sich 19 Stätten beworben, 10 wurden ausgewählt. Europaweit sind mittlerweile 48 Stätten ausgezeichnet worden, darunter in Deutschland das Hambacher Schloss und die Rathäuser von Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“.

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Erstellt:
1. April 2020, 15:04 Uhr

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