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Wenn Romanfiguren lebendig werden

Backnanger Gymnasiastin Leonie Kemmler gewinnt den Vorlesewettbewerb der Schulen im nördlichen Rems-Murr-Kreis

Leonie Kemmler (links) und Frieda Hitzig gehen in Backnang zur Schule und standen beim Vorlesewettbewerb in den zwei Gruppen des nördlichen Rems-Murr-Kreises an der Spitze. Foto: E. Klaper

Leonie Kemmler (links) und Frieda Hitzig gehen in Backnang zur Schule und standen beim Vorlesewettbewerb in den zwei Gruppen des nördlichen Rems-Murr-Kreises an der Spitze. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Etwas anders als sonst verlief heuer die Entscheidung im nördlichen Rems-Murr-Kreis zum Vorlesewettbewerb. Nur elf Sechstklässler waren angetreten, da sich einige Schulen nicht beteiligten. Und die Siegerin Leonie Kemmler ist dieselbe wie im Vorjahr. Dies ist möglich, weil sie innerhalb von Backnang von der Max-Eyth-Realschule aufs Tausgymnasium wechselte und nun nochmals die sechste Klasse besucht.

Trotzdem herrschte Hochspannung während des Wettbewerbs – dank der durchweg sehr guten Leseleistungen der Mädchen und Jungen von Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Gymnasien, darunter auch die beiden Murrhardter Lokalmatadore Jonathan Stein, Schüler am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium, und Paul Wohmann, der auf die Walterich-Gemeinschaftsschule geht. Seit etlichen Jahren trägt die Murrhardter Stadtbücherei den Kreisentscheid in Kooperation mit der Buchhandlung BücherABC, früher Mauser, aus, den der Börsenverein des deutschen Buchhandels bundesweit veranstaltet.

Die große Bandbreite der Jugendbücher, die sich die Schulsieger als Wahltexte auserkoren hatten und nach bewährtem Ablauf in zwei Gruppen präsentierten, begeisterte die Jury. Das Stil- und Genre-Spektrum reichte von Geschichten mit historischem Hintergrund über solche mit Fantasy- und Magie-Elementen bis zu humorvollen Erzählungen mit Bezügen zur aktuellen Jugendkultur. So war es für die Jury aus Stadtbüchereileiterin Jutta Brasch und ihrer Mitarbeiterin Silke Peter, die für die Kinder- und Jugendarbeit zuständig ist, ihre ehemaligen Kolleginnen Evi Sikora und Irmgard Ho, Vorlesepatin Christa Schurr sowie Buchhändler Christian Lätzig eine schwierige Aufgabe, die Gruppensieger zu ermitteln.

In der ersten Gruppe hatte Frieda Hitzig vom Backnanger Max-Born-Gymnasium die Nase vorn. Sie ist Fantasyfan und mag ungewöhnliche Bücher. Den Inhalt ihres mitgebrachten Bands stellte sie prägnant vor, eine spannende Passage aus „Erebos“ von Ursula Poznanski. Im Zentrum steht ein magisches Computerspiel, das Schüler heimlich spielen: Es macht sie süchtig und beeinflusst ihr Verhalten – Fantasiewelt und Realität vermischen sich. Frieda Hitzig gestaltete ihren bekannten ebenso wie den ihr unbekannten Text flüssig, stimmig und abwechslungsreich betont.

In der zweiten Gruppe beeindruckte Leonie Kemmler durch ihre souveräne Präsentation der sehr witzigen Erzählung „Warum mein Dackel mehr Follower hat als ich“. Es ist der erste Band der Reihe „Mein Leben im Hotel Royal“ von Katy Birchall, der vom drolligen Hund Fritz und seinem Frauchen, der Hotelerbin Flick Royal, erzählt. Flick Royal möchte einen YouTube-Kanal eröffnen und dabei genauso erfolgreich sein, sprich so viele oder mehr Follower erreichen, wie der Instagram-Account ihres Dackels. Fritz ist ein echter Internetstar, weil er in Minipullovern so niedlich aussieht. Flicks Mutter allerdings ist gegen dieses Projekt, weil sie findet, dass ihre Tochter dafür noch zu jung ist.

„Leonie hat einfach herzerfrischend gelesen und den Figuren Leben eingehaucht“, indem sie diese durch unterschiedliche Stimmen charakterisiert habe, lobte die Leiterin der Stadtbücherei. Auch den unbekannten Text meisterte und gestaltete Leonie Kemmler so gut, als ob er ihr vertraut wäre. So gelang es der Gymnasiastin auch im entscheidenden Stechen vor Zuhörern im Heinrich-von-Zügel-Saal, den unbekannten Text mitreißend und atmosphärisch stimmig vorzutragen.

Frieda Hitzig hatte ein wenig mit Lampenfieber zu kämpfen, weshalb sie bei der Gestaltung nicht ganz so frei und souverän sein konnte. Das Votum der Juroren fiel klar aus: Geschlossen kürten sie Leonie Kemmler zur Siegerin. „Alle haben ganz toll gelesen“, betonten Jutta Brasch und Christian Lätzig und motivierten die Mädchen und Jungen, dranzubleiben. Jutta Brasch überreichte allen die Urkunden, von Christian Lätzig gab es ein Buchgeschenk.

Leonie Kemmler vertritt nun den nördlichen Rems-Murr-Kreis beim Bezirksentscheid des Vorlesewettbewerbs, der im Frühjahr stattfindet.

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Erstellt:
1. Februar 2020, 16:00 Uhr

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