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Prämie für neue Handwerksmeister soll Nachwuchs sichern

dpa/lsw Stuttgart. In vielen Handwerksberufen ist ein Meistertitel Pflicht. Allerdings ist er nicht leicht und auch nicht gerade günstig. Baden-Württemberg will nun junge Handwerker stärker unterstützen und auch mit einem Vorurteil aufräumen.

Ein Mann lässt sich die Haare schneiden. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Symbolbild

Ein Mann lässt sich die Haare schneiden. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Symbolbild

Zur bestandenen Meisterprüfung bekommen Handwerker künftig auch in Baden-Württemberg eine Prämie vom Land. Mit den 1500 Euro würden einerseits das Engagement und die Leistung der Männer und Frauen gewürdigt, betonten Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold am Freitag in Stuttgart. Andererseits solle das Geld dazu beitragen, die mitunter hohen Kosten für die Ausbildung zumindest teilweise zu erstatten. „Mit der Prämie stärken wir die Meisterausbildung im Handwerk und tragen damit zur dringend notwendigen Fachkräftesicherung bei“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Die Prämie, die es in vielen anderen Bundesländern schon länger gibt, wird vom 1. Mai an, aber rückwirkend zum 1. Januar gezahlt. 5,5 Millionen Euro im Jahr stehen dafür im Landeshaushalt zur Verfügung. Eine weitere Million Euro soll für eine sogenannte Meistergründungsprämie bereitgestellt werden, die voraussichtlich im dritten Quartal eingeführt werden soll.

Ein wichtiger Aspekt für die Nachwuchsgewinnung sei auch, jungen Menschen klar zu machen, dass eine berufliche Ausbildung nicht weniger wert sei als eine akademische, betonten sowohl das Ministerium als auch der Handwerkstag. „Dieses Signal verstärken wir mit der Meisterprämie“, sagte Reichhold.

Der Handwerkstag geht derzeit von etwa 10 000 offenen Lehrstellen und rund 40 000 fehlenden Fachkräften aus. Zudem stehe bei rund 20 000 Firmen in den kommenden Jahren eine Übergabe an einen Nachfolger an.

3139 Handwerker haben im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg erfolgreich die Meisterprüfung abgelegt, nur ein paar weniger als im Jahr davor. Reichhold zufolge hätte die Branche aber durchaus Bedarf an doppelt so vielen. Nicht jede Meisterin und jeder Meister müsse sich schließlich selbstständig machen. „Wir brauchen Führungskräfte in Betrieben“, sagte Reichhold.

Aus Sicht der Branche ist der Titel ein Faktor für langfristigen Erfolg. Meisterbetriebe bestünden in der Regel länger am Markt und bildeten auch einen Großteil der Lehrlinge aus.

In 53 Handwerksberufen gilt derzeit die Meisterpflicht. Das heißt: Ohne Meisterbrief darf ein Handwerker dort keinen Betrieb führen. 94 Berufe sind nicht meisterpflichtig oder auch zulassungsfrei. Dort kann jeder einen Betrieb aufmachen, unabhängig von seiner formalen Qualifikation. In zwölf Handwerksberufen hatte die Bundesregierung erst zu Beginn dieses Jahres die zuvor abgeschaffte Meisterpflicht wieder eingeführt, darunter Fliesenleger, Raumausstatter oder Orgelbauer.

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Erstellt:
17. April 2020, 01:24 Uhr

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