Zu kalter April trotz mehr Sonnenschein

Nach einem warmen Monatsanfang war der April insgesamt deutlich zu kühl und zu trocken. Am Ostersonntag zeigte sich lange die Sonne, während der Ostermontag eher unfreundlich war.

Frühlingsboten: Die Kirschbäume blühen im Annonay-Garten. Im Hintergrund ist die Stiftskirche mit Baugerüst zu sehen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Frühlingsboten: Die Kirschbäume blühen im Annonay-Garten. Im Hintergrund ist die Stiftskirche mit Baugerüst zu sehen. Foto: A. Becher

Von Melanie Maier

GROSSERLACH. Der Auftakt machte noch Hoffnung auf warme Frühlingstage: Mit einer Maximaltemperatur von 21,3 Grad Celsius war der 1. April der wärmste Tag, der vergangenen Monat an der Wetterstation in Großerlach-Mannenweiler gemessen wurde. Ein Aprilscherz? Nur fünf Tage später, am 6. April, wurde mit minus 5,2 Grad die Minimaltemperatur des Monats aufgezeichnet – ein Temperaturunterschied von 26,5 Grad Celsius, mit nicht einmal einer Woche dazwischen.

Insgesamt war dieser April kühler als sonst: Die durchschnittliche Temperatur von 6,2 Grad Celsius lag 0,8 Grad unter dem vieljährigen Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Ein Trend, der deutschlandweit bemerkbar war: Seit 1980, also seit mehr als 40 Jahren, gab es keinen so kühlen April mehr, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. „Auch in Zeiten der Erderwärmung ist ein deutlich zu kühler Monat zwar seltener, aber immer möglich“, sagt Uwe Kirsche, DWD-Pressesprecher. „Dieser April ändert nichts am Trend. Seit Aufzeichnungsbeginn 1881 hat sich die Monatsmitteltemperatur im April in Deutschland um knapp zwei Grad erhöht.“

In Großerlach-Mannenweiler wurden acht Frosttage mit Temperaturen unter null Grad Celsius verzeichnet. An fünf Tagen fiel Schnee – mit fünf Zentimetern blieb am 7. April am meisten liegen. 25 Tage hatten Bodenfrost.

Nichtsdestotrotz war der April sehr sonnig und zu trocken. 189,9 Stunden schien die Sonne im vergangenen Monat. Das sind 127,5 Prozent des vieljährigen Mittelwerts. Es gab keinen einzigen Tag, an dem sich die Sonne in Großerlach nicht zumindest kurz blicken ließ. Am längsten schien sie am 25. April: ganze 13,2 Stunden lang.

Die gesamte Niederschlagshöhe lag bei 39,7 Millimetern, was gerade einmal 44,3 Prozent des vieljährigen Mittelwerts entspricht. Der Großteil davon entfiel auf sechs Tage: den 5., 6., 11., 28., 29. und 30. April, wobei der 11. April mit genau 9,6 Millimetern der regenreichste Tag war. An 16 Tagen fiel Niederschlag, an fünf Tagen waren es Schnee, Schneeregen, Graupel oder Hagel.

An die Ostertage in diesem Jahr wird man sich eher wegen der Pandemie denn wegen des schönen Wetters erinnern. Der Ostersonntag, 4. April, war wolkig mit einer Höchsttemperatur von 11 Grad Celsius. Die Sonne schien aber immerhin 10,3 Stunden lang. Am Ostermontag ließ sie sich nur noch für eine halbe Stunde blicken. Es war bewölkt und es fiel Schneeregen. Die Thermometeranzeige bewegte sich im Lauf des Tages zwischen minus 4,5 und 8,5 Grad Celsius.

Die kommenden Maitage werden nach Angaben verschiedener Internetwetterdienste wechselhaft. Während es am Mittwoch und Donnerstag mit hoher Wahrscheinlichkeit regnen soll, soll es ab Freitag freundlicher werden. Stimmen die Voraussagen, können wir uns auf ein sonniges Wochenende mit vereinzelten Wolken und bis zu 25 Grad Celsius am Sonntag freuen.

Zu kalter April trotz mehr Sonnenschein

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Erstellt:
4. Mai 2021, 11:30 Uhr

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