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Zum „Killesberg von Backnang“

Tag des offenen Denkmals am Sonntag steht unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“

Der Tag des offenen Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Diese wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. Auch im Rems-Murr-Kreis wird zu interessanten Stationen eingeladen. Das Motto lautet diesmal „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“.

Das historische Denkmal Lambachpumpe in Däfern wird vorgeführt. Foto: privat

Das historische Denkmal Lambachpumpe in Däfern wird vorgeführt. Foto: privat

Von Ingrid Knack

BACKNANG/AUENWALD. Mit dem Motto der neuesten Denkmaltagsausgabe wird anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Bauhaus“ dazu eingeladen, den Blick auf revolutionäre Ideen oder technische Fortschritte über die Jahrhunderte zu richten. Dabei geht es auch darum, wie diese neue Kunst- und Baustile mit sich brachten und somit ein Zeitzeugnis der gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Gegebenheiten darstellen. Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den 1991 vom Europarat initiierten European Heritage Days. Grundgedanke ist, dass jährlich im September sonst nicht zugängliche Denkmale und historische Stätten kostenfrei für Besucher öffnen. Hier eine Auswahl:

In Backnang kann man zwischen 11 und 16 Uhr den Wasserturm näher in Augenschein nehmen. Mitarbeiter der Stadtwerke erklären Spannendes über den Bau sowie die Funktionsweise des Wasserturms. Ganz oben angelangt (es sind 154 Stufen) belohnt ein herrlicher Blick über Backnang und die Umgebung die Besucher. Der Wasserturm wurde 1959 erbaut und ist zirka 30 Meter hoch. Er besticht durch seine schlichte Geometrie, die auf der Verwendung zylinderförmiger Sichtbetonelemente basiert. Die erste Befüllung des Wasserturms erfolgte am 7. März 1963. Im Jahr 1990 wurden der Beton saniert, die Hydraulik angepasst und die Elektrik erneuert.

Zudem wird zu einer anderthalbstündigen Stadtführung mit Stadtarchivar Trefz eingeladen. Los geht es um 14.30 Uhr auf der Backnanger Bleichwiese beim Coffeeshop Coffreez. Der Stadtspaziergang streift mit dem Schweizerbau und dem Bürgerheim zwei Paradebeispiele für die Architektur der Moderne in der Zwischenkriegszeit und zeigt ebenfalls Beispiele für die historische Bebauung „Auf dem Hagenbach“. Dieser Bereich könne wegen seiner exponierten Lage und den Bürgerhäusern und Villen durchaus als „Killesberg von Backnang“ bezeichnet werden, heißt es in der Einladung. Anmelden können sich Interessierte unter 07191/894361 oder per E-Mail unter kulturamt@backnang.de.

Auch die Gruppe Lambachpumpe um Hans Josef Janetzko lädt wieder zur Besichtigung der besonderen Pumpe nach Auenwald-Däfern ein. Die Besucher der historischen Wasserversorgungsanlage im Däfernwald können am Sonntag von 11 bis 15 Uhr die Lambachpumpe in Funktion sehen. Die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder der Gruppe Lambachpumpe erklären die Geschichte und Funktion der besonderen Wasserpumpe. In den 1940er- und 1950er-Jahren hatte es immer wieder Streit wegen des Trinkwassers zwischen den Gemeinden Lutzenberg und Däfern gegeben. Mit Einbau eines Beckens, das das Wasser in der neuen Wasseranlage in zwei Hälften teilte, wurde der Streit beendet. Die Anlage kann bei Voranmeldung im Betrieb gezeigt werden. Die Zufahrt ist ab Ortseingang Däfern ausgeschildert. Parkmöglichkeit gibt es an der „Drehscheibe“. Ab dort geht es zu Fuß auf dem unteren Sägmühlweg Richtung Mastwiesenquelle. Über einen Aufstieg (93 Stufen) erreicht man die Pumpstation. Besucher, die den Weg zu Fuß nicht schaffen, haben die Möglichkeit, in Hohnweiler am Asangparkplatz eine statische Lambachpumpe mit Infotafel zu besichtigen. Anmeldung und Infos unter Telefon 0172/9534402.

Das Kunstmaler-Atelier Carl Obenland in Murrhardt, Lutzensägmühle 8, lockt mit vielen Exponaten und handwerklichen Utensilien. Carl Obenland, geboren 1908 in Schwäbisch Hall, war ein Schüler des berühmten Franz von Stuck aus München. Der Porträt- und Landschaftsmaler starb 2008 in Murrhardt. In der Lutzensägmühle hatte er zuletzt gelebt. Constanze Obenland lädt zwischen 10 und 17 Uhr zum Besuch im einstigen Atelier ihres Vaters ein.

Überdies wird zu einer Führung um 15 Uhr mit Hans-Georg Zenker eingeladen. Dabei geht es um Kirchen und Kunstepochen. Veranstalter ist die evangelische Kirchengemeinde. Treffpunkt ist in der Murrhardter Stadtkirche.

In Welzheim steht der Tag des offenen Denkmals im Zeichen des 9. Deutschen Orgeltags. In der St.-Gallus-Kirche am Kirchplatz beantwortet Kirchenmusikerin Ulrike Bantleon-Bader zwischen 14 und 17 Uhr Fragen rund um die Königin der Instrumente. Außerdem werden Führungen um 11.15 und 16 Uhr angeboten, bei denen etwa auch die Kirchenfenster näher betrachtet werden. 1989 und 1991 erhielt die Kirche insgesamt vier Glasfenster, die der Glaskünstler Hans Gottfried von Stockhausen gestaltet hat.

In Schorndorf kann man in die Lederherstellung von anno dazumal eintauchen. Die einstige Fabrik „Das Röhm“ in der Weilerstraße 6 (Tor 1) ist von 11 bis 16 Uhr offen, zu Führungen wird um 11 und 15 Uhr eingeladen. Wer sich für das Ensemble Hahn’sche Mühle in der Mühlgasse 26 interessiert, kann dort zwischen 11 und 18 Uhr vorbeikommen. Es wird die Ausstellung „1935 – Bau des Getreidesilos“ gezeigt. Führungen sind um 12, 14 und 16 Uhr vorgesehen.

In Fellbach steht die Lutherkirche, Kirchplatz 1, im Mittelpunkt des Denkmaltags. Führungen sind um 14 und 15.30 Uhr. Dabei wird die Geschichte des Gotteshauses und des Turms erzählt, der heuer sein 500-Jahr-Jubiläum feiert.

In Kernen im Remstal gibt es gleich drei Stationen. Besichtigt werden kann die Grävenitz-Gruft unter der evangelischen Dorfkirche in Stetten am St.-Pierre-Platz (ehemaliger Kirchplatz). Führungen gibt es um 11 und 14 Uhr. Treffpunkt ist am Kirchturm. Auch im dortigen Kirchturmmuseum gibt es um 11 und 14 Uhr Führungen. Die Teilnehmer treffen sich ebenfalls am Kirchturm. Dritte Station in Kernen ist das Schloss Stetten. Einzelne Räumlichkeiten sind bei den Führungen um 11 und 15 Uhr begehbar. Andreas Stiene vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg richtet den Schwerpunkt auf das Thema „Das Haus für Ihre Durchlauchtin, Fürstin und Frau... Schloss Stetten als Frauensitz Württembergs“. Treffpunkt: Brunnen im Schlosshof. Eine Anmeldung ist unter andreas.stiene@rps.bwl.de erforderlich.

Auch in Waiblingen ist am Sonntag einiges geboten. Michael Gunser, Leiter des Hochbauamts, lädt zu einem Gang um und durch das Haus der Stadtgeschichte, Weingärtner Vorstadt 20, ein (11.30 und 12.45 Uhr). Am Nachmittag führt Kristina Kraemer, wissenschaftliche Mitarbeiterin, durch den imposanten Fachwerkbau (14.30 und 15.45 Uhr). Voranmeldung über 07151/50011717.

Außerdem haben Interessierte die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Forschung zu werfen. Woher kommen die schriftlichen Quellen, die Auskunft über die Geschichte der Altstadt geben? Matthias Gandlau, Mitarbeiter im Stadtarchiv, präsentiert die Häuserkartei des Stadtarchivs und eine Auswahl historischer Quellen, darunter das Gebäudekataster von 1745 (11.30 bis 17 Uhr).

Die Stadt Waiblingen übernahm 1973 die Patenschaft für die heimatvertriebenen Deutschen aus Csávoly und stellte ihrem Heimatausschuss den Beinsteiner Torturm als Versammlungs- und Ausstellungsort zur Verfügung. Nach über 40 Jahren hat die Stadt Waiblingen die Ausstellung übernommen, gestalterisch überarbeitet, historisch aktualisiert und viele Exponate restauriert. Ein Raum der neuen Ausstellung ist der Geschichte des Denkmals Beinsteiner Torturm gewidmet. Die Kuratorin der Ausstellung, Tanja Wolf, führt durch die fünf Stockwerke (um 12, 13.15, 14.15 und 17 Uhr). Kostenfreie Karten über 07151/50011717.

Auch die Siechenhauskapelle, Beinsteiner Straße 41, kann besucht werden. Um 11, 14 und 16 Uhr wird Reinhold Kießling über die neuesten Erkenntnisse der Baugeschichtsforschung berichten, von Farbspuren und den geheimnisvollen Hagioskopen, die vor Kurzem aufgedeckt wurden. Das Ensemble Siechenhaus, Kapelle und Friedhof um den damals noch oberirdisch verlaufenden Kätzenbach ist teilweise noch erkennbar.

Im Fokus des Denkmaltags stehen zudem die Michaelskirche in Winterbach am Marktplatz und in Beutelsbach das Rathaus, die Schule und die Volksbank.

Weitere Einzelheiten sind abrufbar über www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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Erstellt:
5. September 2019, 06:00 Uhr

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