Zwei von sechs Standorten sollen wegfallen

Landkreis plant Konzentration des Straßenbetriebsdienstes – Außenstelle der Straßenmeisterei in Murrhardt steht zur Disposition

Gutachter Rainer Hess empfiehlt die Schließung: Straßendienststelle in Murrhardt. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Gutachter Rainer Hess empfiehlt die Schließung: Straßendienststelle in Murrhardt. Foto: J. Fiedler

Von Armin Fechter

WAIBLINGEN. Der Landkreis will seinen Straßenbetriebsdienst konzentrieren und Standorte aufgeben, um die Abläufe optimal zu gestalten. Das bedeutet, dass wohl ein Stützpunkt im Murrtal – Bartenbach oder Murrhardt – und einer im Remstal – Schorndorf – wegfällt. Gleichzeitig sollen die Straßenmeistereien in Backnang und Weinstadt erweitert und die verbleibenden Stützpunkte – Bartenbach oder Murrhardt und Breitenfürst – ertüchtigt werden.

Diese Überlegungen präsentierte die Kreisverwaltung gestern im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags. Grundlage ist ein bereits im Jahr 2014 in Auftrag gegebenes Gutachten. Die Durth Roos Consulting GmbH in Karlsruhe sollte darin die Standorte des Straßenbetriebsdienstes im Kreis im Hinblick auf die zu erfüllenden Aufgaben bewerten und aufzeigen, wo es mögliche Optimierungspotenziale gibt.

Derzeit unterhält der Straßenbetriebsdienst, dessen Aufgabe es unter anderem ist, im Winter Straßen zu räumen und zu streuen, im Kreis insgesamt sechs Standorte. Neben den Straßenmeistereien in Backnang und Weinstadt sind dies im nördlichen Kreisgebiet die Außenstellen in Murrhardt und Bartenbach und im südlichen Kreisgebiet die Stützpunkte Schorndorf und Breitenfürst.

Gutachter Rainer Hess, der in seiner Expertise den Aspekt der Aufgabenerfüllung ins Zentrum rückte, empfiehlt, zwei der bisherigen Standorte zu schließen: Murrhardt und Schorndorf. Mit ausschlaggebend war dabei ein „großer“ beziehungsweise sogar „sehr großer“ Sanierungsbedarf an den beiden Standorten. Personal, Fahrzeuge und Geräte, die bislang dort stationiert sind, müssten dann in den Straßenmeistereien untergebracht werden. Die seien dafür entsprechend zu erweitern. Zudem wären die verbleibenden Stützpunkte für die Aufgaben im Winterdienst zu ertüchtigen.

Die Investitionskosten für diese Umstrukturierung bezifferte Hess auf 3,85 Millionen Euro. Würde der Landkreis demgegenüber alle bestehenden Immobilien weiter nutzen wollen, müsste er 1,57 Millionen Euro berappen, um sie auf Vordermann zu bringen. In die Gesamtrechnung einfließen würde bei Schließung von zwei Standorten noch der Erlös, der beim Verkauf der Grundstücke zu erzielen wäre. Unterm Strich käme die Neuausrichtung dann günstiger als die Weiternutzung aller Betriebsstätten.

Das Straßenbauamt hat sich ergänzend zum Gutachten mit der Frage befasst, ob anstelle von Bartenbach der Standort Murrhardt erhalten bleiben könnte. Wegen der geografischen Nähe gebe es, wie Amtsleiter Stefan Hein sagte, für den Betriebsdienst nur unwesentliche Unterschiede. Grenzen setzt allerdings die Lage des Murrhardter Grundstücks, weil für die Salzhalle keine getrennte Zufahrt gebaut werden kann.

Einer Aufgabe des Standorts Murrhardt widersprachen mehrere Kreisräte. Edgar Schäf (SPD) fand die Empfehlung des Gutachters „nicht ganz nachvollziehbar“, stattdessen könne man das 12000-Quadratmeter-Areal ertüchtigen und auf eine Erweiterung in Backnang verzichten. Murrhardt sei ein deutlich besserer Standort als Bartenbach, fand auch Willy Härtner (Grüne). Christoph Jäger (CDU) betonte ebenfalls, Murrhardt habe die bessere Infrastruktur und könne auch die Anforderungen auf den Straßen besser abdecken, Bartenbach sei dagegen so beengt, dass es dort keine Spielräume gebe.

Landrat Richard Sigel sieht derweil keinen Anlass zur Eile. Es sei „nicht so, dass man es übers Knie brechen muss“.

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Erstellt:
6. November 2018, 06:00 Uhr

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