Die SG Sonnenhof Großaspach setzt im Titelrennen ein dickes Ausrufezeichen

Die Elf aus dem Fautenhau gibt im Spitzenspiel der Fußball-Oberliga in Pforzheim 90 Minuten lang den Ton an, siegt 3:0 und ist zumindest für einen Tag wieder Erster. Die läuferische Leistung und die Zweikampfstärke begeistern SG-Trainer Pascal Reinhardt und beeindrucken CfR-Coach Thomas Herbst.

Bejubelten einen verdienten 3:0-Erfolg (von links): Dominik Salz, Niklas Mohr, Lukas Stoppel und Mert Tasdelen. Foto: Silas Schüller

© Friopics/Silas Schueller

Bejubelten einen verdienten 3:0-Erfolg (von links): Dominik Salz, Niklas Mohr, Lukas Stoppel und Mert Tasdelen. Foto: Silas Schüller

Von Uwe Flegel

Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob es die bislang beste Großaspacher Vorstellung in dieser Saison war. Fakt ist: Beim verdienten 3:0-Erfolg im Oberliga-Spitzenspiel beim 1. CfR Pforzheim boten die Fußballer aus dem Fautenhau eine beeindruckende Vorstellung. So wie es vielleicht sein muss, wenn der eine Titelaspirant dem anderen Aufstiegskandidaten die erste Heim- und die bislang höchste Saisonniederlage beibringt. Dank der Tore von Mert Tasdelen und Lukas Stoppel vor sowie Dominik Salz nach der Halbzeit ist die SG Sonnenhof in der Tabelle vom Rang zwei auf Platz eins geklettert und zumindest bis heute wieder am FC 08 Villingen vorbei gezogen. Entsprechend selbstbewusst, werden die Schwaben nächsten Mittwoch zum Nachholspiel beim Rivalen aus Baden fahren.

„Man muss neidlos anerkennen, dass Großaspach besser war“, gestand Pforzheims Trainer Thomas Herbst. Der war im Winter vom Landesligisten Löchgau in die Goldstadt gekommen und hatte mit dem 1. CfR seither noch nicht verloren. Bis auf Rang vier und nur zwei Punkte hinter die SG hatte der Coach Pforzheim geführt. Eine tolle Aufholjagd. Die hat Großaspach gestern zumindest vorübergehend gestoppt. „Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute fokussiert und diszipliniert“, freute sich Trainer Pascal Reinhardt und fügte an: „Wir wussten, dass es schwer wird und wir richtig leiden müssen und das hat meine Elf brutal gut gemacht.“ Sein Kollege Herbst urteilte: „Es war richtig stark, was die SG läuferisch und in Sachen Zweikampfstärke hier abgeliefert hat.“ Es war sogar so stark, dass die Gastgeber über die gesamte Partie keine klare Torchance hatten. „Wir haben alles wegverteidigt“, lobte Reinhardt.

Im vierten Anlauf reicht es den Gästen dank Mert Tasdelen zur Führung

Aber auch vorne setzte seine Team früh Akzente. In der dritten Minute zielte Anthony Mbem-Som Nyamsi aus 19 Metern nur knapp vorbei. Nach einer Viertelstunde scheiterte Mert Tasdelen aus zwölf Metern an CfR-Schlussmann Elvin Kovac. Auch der Schuss von Dominik Salz aus 16 Metern brachte in der 22. Minute nicht den erhofften Erfolg. Erst 180 Sekunden später war es soweit. Mert Tasdelen kam unweit des linken Strafraumecks an den Ball, machte zwei Schritte nach innen und traf aus 17 Metern flach zum verdienten 1:0 ins lange Eck.

Nach 32 Minuten hieß es sogar 2:0. Wieder war Tasdelen auf der linken Seite unterwegs. Diesmal brachte er die Kugel nach innen. Die gelangte zu Lukas Stoppel, der es volley versuchte und mit seinem Aufsetzer aus sechs Metern etwas Glück hatte. Über Kovac senkte sich der Ball hinten ins Netz.

Pforzheim war nun in Zugzwang und durch Zufall waren die Gastgeber im Gegenzug dicht an einem Treffer dran. Robin Münst hatte die Flanke von Marcel Bahm mit dem Kopf verlängert. Gleich zwei Aspacher fälschten den Ball ab, der wie eine Flipperkugel ins Aus trudelte (34.).

Es war aber nur ein Strohfeuer. Denn auch in der zweiten Halbzeit hatte Großaspach alles im Griff. Die SG stand nun zwar einen Tick tiefer, blieb jedoch aggressiv und kam zu klaren Chancen. In der 48. Minute lief Dominik Salz allein aufs Gehäuse zu. Er scheiterte aber an Kovac, Pforzheims bestem Spieler. Nach knapp einer Stunde hatte dann aber auch der Stürmer seinen Treffer, der in der Statistik immer noch als Rekordtorschütze des 1, CfR Pforzheim geführt wird. Luca Wöhrle hatte einen Freistoß lang in den Strafraum geflankt und dort Salz gefunden, der auf 3:0 erhöhte. Klar, dass er sich an seiner alten Wirkungsstätte besonders freute: „Für mich war es fast ein Heimspiel. Es war schön, viele alte Bekannte und Freunde wiederzusehen.“

Vor allem weil es eine sehr souveräne Großaspacher Vorstellung blieb. Der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können. Acht Minuten vor Schluss hatte Nyamsi den vierten SG-Treffer auf dem Fuß, scheiterte aus zehn Metern allerdings am erneut glänzend reagierenden Kovac. Der Schlussmann der Hausherren war es auch, der in der Schlussminute nach einem Konter des gerade eingewechselten Lorenz Ender den Ball aus Nahdistanz von Konrad Riehle parierte.

Wie groß die Enttäuschung bei den Gastgebern war, zeigte sich dann zu Beginn der Nachspielzeit. Stürmer Willie Till Sauerborn beging im Mittelfeld ein Frustfoul, sah zum zweiten Mal Gelb und musste 23 Minuten nach seiner Einwechslung mit Gelb-Rot vom Platz. Ein Abgang, der beispielhaft war für die Partie. Pforzheim fand gestern Abend einfach kein gutes Mittel, um sehr starke Großaspacher zu stoppen.

1. CfR Pforzheim Kovac – Varese, Macorig (72. Njie), Sagert (64. Ubabuike), Bahm – Catanzano (72. Hofmeister), Kahriman, Gudzevic, Münst – Ratifo (67. Sauerborn), Markopoulos.

SG Sonnenhof Großaspach Reule – Rahn (87. Landwehr), Frölich, Nuraj, Mohr – Celiktas – Nyamsi, Lukas Stoppel (81. Mistl), Wöhrle (83. Dautaj), Tasdelen (89. Ender) – Salz (76. Riehle).

Tore 0:1 (25.) Tasdelen, 0:2 (32.) Lukas Stoppel, 0:3 (59.) Salz. – Schiedsrichter Ganji (Bretten). – Zuschauer: 1565.

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Erstellt:
13. April 2024, 06:00 Uhr

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