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Es knistert wieder

Der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga verspricht 2019 so viel Spannung wie lange nicht mehr

Duell - Liga der Langeweile? Von wegen! Das Fußball-Oberhaus hat endlich wieder mehr zu bieten als einen Sololauf von Rekordsieger Bayern München. Borussia Dortmund sei Dank.

München/Dortmund Michael Reschke legte sich fest: „Es ist völlig klar, dass Bayern München deutscher Meister wird – und zwar nicht nur dieses Jahr, sondern auch nächstes und übernächstes.“

Das war nach dem zweiten Spieltag. Und wohl etwas voreilig, wie sich später herausstellen sollte. Denn so überzeugend das Münchner Starensemble in die Saison startete und Anfang September Michael Reschkes VfB Stuttgart mit 3:0 vom Platz fiedelte, so empfindlich groß wuchs sich fortan die Delle an den Leistungen des Luxuskaders aus. Negativer Höhepunkt: ein 3:3 zu Hause gegen den Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, nach einer 3:1-Führung. Der vorzeitige Abschied von Trainer Niko Kovac schien nur noch eine Frage von Tagen.

Das ist gerade einmal vier Wochen her. Mittlerweile ist Weihnachten, Kovac immer noch Trainer, und die Bayern sind nach fünf Siegen in Folge plötzlich wieder mittendrin im Titelrennen der Fußball-Bundesliga. Mia san wieder da, tönt es mehrstimmig von der Säbener Straße. Vielleicht behält VfB-Manager Reschke am Ende ja doch recht mit seiner Einschätzung. Schreib niemals jemanden ab – schon gar nicht den FC Bayern!

Sechs Punkte beträgt nach dem ­Abschluss der Vorrunde der Rückstand auf Herbstmeister Borussia Dortmund. Neun Zähler waren es zwischenzeitlich, doch ­allein die jüngste Siegesserie und der wiedergewonnene Glaube an die eigene Stärke veranlassen den Branchenprimus zu selbstbewussten Kampfansagen Richtung Westfalen.

„Das war ein richtiges Ausrufezeichen. Wir sind jetzt dran“, frohlockte Vorstandsboss Karl-Heinz-Rummenigge nach dem überzeugenden 3:0 bei Eintracht Frankfurt. Thomas Müller zeigte sich erleichtert, „wieder in Schlagdistanz“ zu sein. „Das macht Spaß!“ Und Niko Kovac antwortete auf die Frage, ob der FC Bayern auch 2019 wieder Meister wird, kurz und knapp: „Davon ­gehen wir alle aus.“

Spätestens jetzt müssten beim gejagten Konkurrenten aus Dortmund eigentlich die Knie zu schlottern beginnen. Doch von Nervosität keine Spur. „Wir bleiben gierig und greifen im Januar wieder voll an“, versicherte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenspielerabteilung. Nach der zweitbesten Hinrunde der Clubgeschichte mit 42 Punkten sei zwar erst der halbe Kuchen gegessen, ergänzte Kapitän Marco Reus. „Aber jeder bei uns möchte deutscher Meister werden.“

Das 2:1 im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend lässt den Revierclub verdient auf Platz eins überwintern. Und zeigt die Richtung für das Fußballjahr 2019 auf: Es knistert wieder im Kampf um die Meisterschaft. Zum ersten Mal seit Jahren. In der jüngeren Vergangenheit verlief die Jagd auf die Schale in der Fußball-Bundesliga ja so spannend, wie einem Grashalm beim Wachsen zuzusehen. Noch in der Vorsaison waren die Sechsmal-in-Serie-Champions aus München an Weihnachten der Konkurrenz aus Schalke bereits elf Punkte enteilt.

Jetzt liegt Borussia Dortmund sechs Punkte vor dem Titelträger. „Wenn uns das jemand im August erzählt hätte, hätten alle gesagt, wir sind geistesgestört“, sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Viele Fußballfans dürfte es freuen, auch wenn die zwischenzeitlich schon zu einem Mehrkampf ausgerufene Jagd auf den Titel wohl auf ein Duell schrumpfen wird. ­Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig, ­Eintracht Frankfurt – sie alle werden sich spätestens in der Rückrunde wieder in die Rolle des Beobachters fügen. Zumindest legen dies die letzten Eindrücke der zu Ende gegangenen Hinrunde nahe. Frankfurt war beim 0:3 ohne echte Chance.

„Unsere Aufgabe im neuen Jahr wird es sein, den Druck auf Dortmund permanent hoch zu halten,“ formulierte Bayerns Thomas Müller die Losung für 2019. Daran dürfte niemand Zweifel haben.

Auch nicht in Dortmund.

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Erstellt:
24. Dezember 2018, 03:14 Uhr

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