TSG Backnang klettert auf einen Nichtabstiegsplatz

Die Regionalliga-Volleyballerinnen erledigen mit dem 3:0 in heimischer Halle gegen das Schlusslicht aus Mannheim ihre Hausaufgaben. Sie ziehen mit diesen drei Punkten am Rems-Murr-Rivalen aus Fellbach vorbei, doch der Kampf um den Klassenerhalt bleibt eine Zitterpartie.

Melanie Wunderlich, Gwen Szabo, Anne Pötzl und Trainer Markus Sutterer bejubeln Backnangs Pflichtsieg. Foto: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Melanie Wunderlich, Gwen Szabo, Anne Pötzl und Trainer Markus Sutterer bejubeln Backnangs Pflichtsieg. Foto: Tobias Sellmaier

Von Steffen Grün

Nachdem die TSG mit dem 25:17 im dritten Satz den Matchball verwandelt hatte, war mehrmals von einem „Pflichtsieg“ die Rede. Kapitänin Anne Pötzl nahm dieses Wort in den Mund, Trainer Markus Sutterer ebenfalls. Alles andere als ein klarer Erfolg gegen den Letzten wäre eine bittere Enttäuschung gewesen, zumal die Gäste aus Mannheim mit einem Rumpfteam ohne Wechselmöglichkeit und ohne Libera angetreten waren. Und es hätte im Kampf gegen den Abstieg einen Rückschlag bedeutet, von dem sich Backnang kaum noch einmal erholt hätte.

Weil mit Heidelberg parallel ein direkter Konkurrent ebenfalls die Oberhand behielt und für das etwas überraschende 3:2 in Ditzingen immerhin mit zwei Zählern belohnt wurde, „ist es umso wichtiger, dass wir gewonnen haben“, stellte Anne Pötzl fest: „Es wäre aber perfekt gewesen, wenn sie verloren hätten.“ Das taten zumindest die Frauen des SV Fellbach, die mit dem 0:3 beim Spitzenreiter in Offenburg auf den vorletzten Platz abrutschten und die punktgleichen Murrtalerinnen ebenso wie die Heidelbergerinnen vorbeiziehen lassen mussten. Die TSG belegt als Drittletzter also vorerst einen Nichtabstiegsplatz und ist dem Klassenverbleib in den Augen ihrer Kapitänin „einen großen Schritt nähergekommen“.

Das war vor dem Heimspiel gegen Mannheim der klare Auftrag, nachdem das 0:3 am vorherigen Samstag in Heidelberg für Backnang einen bösen Schlag ins Kontor bedeutet hatte. Abteilungsleiter Hans-Peter Richter prognostizierte ein „3:0 oder 3:1 für uns“ und sah sich in seiner ehrlichen Zuversicht, die nichts mit Zweckoptimismus zu tun hatte, schnell bestätigt. Mit sechs gewonnenen Ballwechseln in Serie zogen die Gastgeberinnen im ersten Satz auf 11:5 davon. Lutz Bensinger, der Fan mit der Trommel und dem Megafon, stimmte einen Ballermann-Song an: „Der Zug hat keine Bremse.“ Tatsächlich war die TSG nicht mehr zu stoppen, bereits nach rund 20 Minuten war der erste Durchgang beim 25:11 vorbei.

Auf der Zielgeraden der Saison kann jeder Satzgewinn entscheidend sein

Dagegen benötigte Backnang im zweiten Satz eine längere Anlaufzeit und geriet mit bis zu vier Punkten ins Hintertreffen (4:8). Beim 11:11 war das Team von Markus Sutterer wieder gleichauf und blieb danach mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Das 25:16 war der verdiente Lohn. Als der dritte Spielabschnitt gerade begonnen hatte, machte auf der Tribüne unter einigen der vielleicht 60 Zuschauer die Kunde von Heidelbergs Fünfsatzsieg die Runde. Der gefiel Hans-Peter Richter zwar überhaupt nicht, doch im Abstiegskampf „sieht es immer noch gut für uns aus“, meinte der TSG-Abteilungsleiter. Nun ist wohl Fellbach der Rivale, den es neben Mannheim abzuschütteln gilt, während sich der Verein aus der Universitätsstadt am Neckar erst einmal Luft verschafft hat. „Es kann auf jeden Satz ankommen“, verdeutlichte Richter, wie eng es im Tabellenkeller zugeht. Umso wichtiger war es, dass Backnang den Sack mit dem 25:17 zumachte.

„Wir haben mit diesem Sieg erst einmal das getan, was wir tun konnten und mussten“, sagte Markus Sutterer: „Der Rest wird sich zeigen. Dass die letzten Spieltage sehr spannend werden, war klar.“ Nun gilt es, in den verbleibenden zwei Partien (siehe Infotext) noch den einen oder anderen Satz zu holen und möglichst auch weitere Punkte einzufahren, um Fellbach oder Heidelberg hinter sich zu lassen. Dazu beitragen könnten die zuletzt verletzten und erkälteten Iva Maglica und Julia Ebel. Sie saßen gegen Mannheim auf der Bank, mussten angesichts des souveränen Auftritts aber ebenso wenig eingreifen wie Alexandra Berger, der es an Spielpraxis fehlt. „Wir sind vorsichtig optimistisch“, blickt Anne Pötzl auf das Saisonfinale. Mehr aber nicht, denn man habe es schon einmal erlebt, am letzten Spieltag absteigen zu müssen. Das soll nicht wieder passieren, denn die TSG will im dritten Versuch endlich einmal länger als nur eine Saison in der Regionalliga beheimatet sein.

TSG Backnang Szabo, Wunderlich, Prade, Schroeder, Stückelmaier, Leuz, Pötzl.

Das Restprogramm der TSG und der anderen Teams im Tabellenkeller

Mannheim Das Schlusslicht, das erst sechs Punkte geholt hat, steht als Absteiger fest. In den Heimspielen gegen den Fünften Ditzingen und den Ersten Offenburg geht es nur noch darum, sich ordentlich zu verabschieden.

Fellbach Der Vorletzte, der wie die TSG derzeit 16 Zähler aufweist, hat sich mit vier Pleiten in Serie ohne Punktgewinn (0:3 oder 1:3) in die Bredouille gebracht. Gegen den Zweiten Ettlingen/Rüppurr wird es schwer, eher ist zum Abschluss beim Sechsten in Tübingen etwas drin.

Backnang „Wir haben drei Wochen Zeit, um uns auf die Spiele vorzubereiten“, sagt TSG-Trainer Markus Sutterer. Am Samstag, 16. März, geht es zum Dritten nach Freiburg, ehe die Saison mit dem Heimspiel am 23. März gegen den Vierten Ludwigsburg II endet. Mut fürs Spiel im Breisgau macht die gute Leistung beim knappen 2:3 im Hinspiel, auch im Nachbarschaftsduell ist eine Überraschung möglich.

Heidelberg Der Viertletzte ist mit 17 Punkten der einzige Abstiegskandidat, der noch drei Partien bestreitet. Es geht zum Ligaprimus nach Offenburg (10. März), bevor Ludwigsburg II und Ettlingen/Rüppurr erwartet werden. Alles hohe Hürden.

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Erstellt:
26. Februar 2024, 11:30 Uhr

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