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Freies Spiel mit Farben und Formen

Edith Mattern und Susanne Bacher-Schwenger von der Malkunstschule Backnang stellen im Atelier von Jansen Capar im einstigen Kaelble-Areal aus

Seit über fünfzehn Jahren gibt es die Malkunstschule Backnang. Geleitet wird sie von dem Künstler Jansen Capar. Die Kursteilnehmerinnen Susanne Bacher-Schwenger und Edith Mattern zeigen ihre Arbeiten in einer Ausstellung im ehemaligen Kaelble-Areal in Backnang, die am Samstag eröffnet wurde.

„Den Arbeitstisch soll man verstehen wie eine Spielwiese“, sagt der Kursleiter Jansen Capar. Arbeiten in der Malkunstschule in Backnang (von links): Marianne Hanswillemenke, Jansen Capar, Edith Mattern, Barbara Hahn, Susanne Bacher-Schwenger. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

„Den Arbeitstisch soll man verstehen wie eine Spielwiese“, sagt der Kursleiter Jansen Capar. Arbeiten in der Malkunstschule in Backnang (von links): Marianne Hanswillemenke, Jansen Capar, Edith Mattern, Barbara Hahn, Susanne Bacher-Schwenger. Foto: T. Sellmaier

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Der Künstler Jansen Capar wurde 1958 in Mazedonien geboren, wo er Malerei in der Hauptstadt Skopje studierte. Seit 1997 lebt er in Backnang. Im Jahr 2004 gründete er die Malkunstschule zunächst im Gebäude der ehemaligen Möbelfabrik Sorg in der Stuttgarter Straße. Mit seinem Atelier, in dem auch die Kurse stattfinden, zog er 2015 in das ehemalige Kaelble-Areal um. Die Räumlichkeiten befinden sich im zweiten Stock des Gebäudes neben dem Technikforum Backnang. Werke des Künstlers waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. In Backnang stellte er 2014 in der Galerie des Heimat- und Kunstvereins im Helferhaus aus.

In kleinen Gruppen von bis zu fünf Teilnehmern, zumeist malbegeisterte Damen, finden die Kurse statt. „Zeichnen ist das Fundamentale“, sagt der Künstler, und so wird in einer Gruppe hauptsächlich gezeichnet. Die meisten haben jedoch schon umfangreiche Vorkenntnisse. Da schaut der Kursleiter, in welche Richtung sie sich entwickeln wollen und unterstützt diesen individuellen Weg, ob die Vorliebe auf Aquarellen, Malerei in Öl oder anderen Techniken liegt. „Entscheidend wichtig ist die Neugier“, so Capar. „Jeder hat seine eigene Welt, und es geht darum, sich neue Ziele zu setzen und diese zu erreichen.“ Viele Teilnehmerinnen sind schon jahrelang dabei. „Den Arbeitstisch soll man verstehen wie eine Spielwiese“, sagt der Künstler. „Kunst kommt aus Selbstvergessenheit.“ Wichtig sei die unstillbare Lust am Experiment. Die Teilnehmerinnen haben sich zu Gruppen zusammengefunden, inspirieren sich gegenseitig und lernen aus den Erfahrungen der anderen, wobei doch jede ihren eigenen Weg verfolgt. Einmal im Jahr stellen zwei Kursteilnehmerinnen ihre Arbeiten in einem großen Raum auf dem Stockwerk des Ateliers aus. „Einblicke“ ist der Titel der diesjährigen Ausstellung.

Edith Mattern nimmt schon seit zehn Jahren an den Kursen der Malkunstschule teil. Sie stellt abstrakte Ölbilder aus, in denen sich oft Landschaften erahnen lassen. Mit dem Spachtel wirft sie Farbe auf die Oberfläche und hat ein System ausgearbeitet, das Ganze am Ende doch transparent und atmosphärisch erscheinen zu lassen. „Sie ist die Abwartende“, charakterisiert der Kursleiter Edith Mattern. Mit Bedacht entscheidet sie, wieviel an dem Bild zu machen ist, bis es ihren Vorstellungen entspricht. Sie arbeite mit einer Art von Sicherheit, die sie letztendlich immer zu ihrer Mitte führe, so Jansen Capar. Edith Mattern aus Großbottwar sagt über den Kursleiter: „Er begleitet uns und weiß, wo es hingehen könnte.“ Sie hat früher schon andere Kurse besucht. Bei der Malkunstschule Backnang gefällt ihr besonders, dass sie frei arbeiten und experimentieren kann. Sie hat Freude am Spiel mit Farben und Formen. Es sei ein Prozess, darauf zu reagieren, was mit dem Bild geschieht. Für sie ist es spannend, sich darauf einzulassen. Manchmal brauche das eine gewisse Zeit, unterstreicht Edith Mattern. Sie lasse das Bild ruhen, um es danach wieder mit anderen Augen anzuschauen.

Das Gegenteil von Edith Mattern sei Susanne Bacher-Schwenger, findet Capar. „Ausgangspunkt für ihre Ölbilder ist eine Art von Überfülle an Farbe, Material und Emotion.“ Am Anfang stehe eine Art Explosion. Die Aufgabe sei, von der Fülle Dinge zu opfern, was bei ihr zu einem regelrechten Kampf werden könne. „Es sind sehr energetische Bilder.“

Susanne Bacher-Schwenger nimmt seit drei Jahren an den Kursen teil. Außerdem ist sie seit 25 Jahren Mitglied im Backnanger Verein Maler der Baracke. Bei ihren abstrakten Bildern legt sie mit dem Spachtel mehrere Schichten übereinander. Das Experimentieren mit der Farbe steht im Mittelpunkt. In der Malkunstschule bei Jansen Capar könne sie ihren ganz eigenen Stil weiterentwickeln. „Er kann zart und subtil lenken“, unterstreicht sie. Zu ihren abstrakten Arbeiten, die manchmal ein wenig ihre Liebe zur Pflanzenwelt durchblicken lassen, sagt sie: „Ich höre auf, wenn ich denke, dass es mir jetzt wohltut.“

Die Ausstellung „Einblicke“ in der Malkunstschule Backnang, Wilhelmstraße 42 (Kaelble Areal) kann bis zum 14. März besichtigt werden. Geöffnet ist von Mittwoch bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

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Erstellt:
2. März 2020, 06:00 Uhr

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