Ex-Direktor der John-Cranko-Schule
Land ehrt Tadeusz Matacz für seine Verdienste um Tanz und Ballettausbildung
Ruhestand als Professor: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat Tadeusz Matacz, dem ehemaligen Direktor der John-Cranko-Schule, den Ehrentitel des Landes verliehen.
© Lichtgut
Tadeusz Matacz steht in der Bibliothek der John-Cranko-Schule.
Von Andrea Kachelrieß
Das Unterrichten war Tadeusz Matacz, wie er in der Reihe „Ortstermin“ dieser Zeitung in der John-Cranko-Schule berichtete, schon sehr früh zur vertrauten Aufgabe geworden. Bereits in der Ballettschule in Warschau verließen sich seine Lehrer auf das pädagogische Talent ihres Schülers und vertrauten ihm einzelne Stunden an. Da passt es also, dass der sich seit Jahresanfang im Ruhestand befindliche Direktor der Cranko-Schule nun den Titel Professor tragen darf.
Verliehen hat den Ehrentitel Ministerpräsident Winfried Kretschmann persönlich. Mit der Auszeichnung würdigt das Land Mataczs herausragende Verdienste als international anerkannter Tänzer und Ballettpädagoge sowie seine langjährige Arbeit für die renommierte Ballettschule in Stuttgart. Für sie hat Matacz als Juror bei internationalen Wettbewerben nach Talenten Ausschau gehalten und so zahlreiche zukünftige Stars des Stuttgarter Balletts entdeckt.
„Tadeusz Matacz hat Generationen von Tänzerinnen und Tänzern geprägt und maßgeblich dazu beigetragen, dass der Tanz Menschen auf der ganzen Welt berührt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann an diesem Dienstag laut Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst bei der Verleihung im Neuen Schloss Stuttgart. „Mit großem Gespür für Begabung und Entwicklung haben Sie junge Talente entdeckt und gefördert. Sie haben es verstanden, aus ihnen Künstlerpersönlichkeiten zu formen. Unter Ihrer Leitung hat sich die Schule zu einer der international führenden Ausbildungsstätten für klassischen Tanz entwickelt.“
Umzug in den Neubau 2020
Wie der Direktor der Cranko-Schule im Interview mit unserer Zeitung sagte, stand für ihn bei allen Entscheidungen das Wohl der Kinder an erster Stelle; der Umzug in den Neubau an der Werastraße, für den er lange gekämpft hatte, war dafür sichtbares Zeichen. „Das Wohl des Kindes steht über allem, was wir tun“, sagte Matacz beim Einzug 2020. „ Wir handeln nach dem Credo unserer ehemaligen Kollegin Ute Mitreuter-Russo, die sagte: Man muss die Kinder lieben und seinen Beruf. Es gibt klare Gesetze, über die tauschen wir uns ständig aus. Als Direktor muss ich dafür garantieren, dass Informationen fließen können. Und ich brauche besondere Wachsamkeit, um leiseste Anzeichen zu erahnen und zu vermitteln, welche Wirkung zum Beispiel ein scharfes Wort auf einen Schüler hat. Ein Verstoß muss sofortige Konsequenzen haben.“
