Kritik: „Polizeiruf“ Magdeburg
So war der neue „Polizeiruf“ aus Magdeburg
Wir haben gesehen: „Your Body, my Choice“ mit Kommissarin Doreen Brasch aus Magdeburg.
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Claudia Michelsen als Kommissarin Doreen Brasch im Magdeburger „Polizeiruf“
Von Tilmann P. Gangloff
Was taugt „Your Body, my Choice“? Der neue „Polizeiruf“ aus Magdeburg im Schnell-Check.
Die Handlung in zwei Sätzen
Eine Frauenärztin, die auch Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, bekommt regelmäßig Hass-Mails und Morddrohungen. Als eine Mitarbeiterin mit einem Auto kollidiert, weil die Bremskabel ihres Fahrrads durchtrennt wurden, hat offenbar jemand den Worten eine Tat folgen lassen.
Zahl der Leichen
1
Mission
In dieser Hinsicht lässt das Drehbuch keinen Zweifel: Es geht um die Frage, woher Männer auch im 21. Jahrhundert noch das Recht nehmen, Gesetze zu erlassen (beziehungsweise in diesem Fall nicht abzuschaffen), die in erster Linie Frauen betreffen. Kommissarin Brasch bringt es sinngemäß auf den Punkt: Paragraf 218 ist ein Relikt aus fünftausend Jahren Patriarchat.
Mitfiebern
Wie die meisten Sonntagskrimis, die eine Botschaft unters Fernsehvolk bringen wollen, ist „Your Body, my Choice“ über weite Strecken und selbst inklusive des Finales äußerst spannungsarm. Dass der Film schon früh andeutet, wer das Fahrrad manipuliert hat, ist der Spannung ebenfalls nicht zuträglich. Stattdessen, auch das passt ins Bild, wird viel geredet. Brasch macht gleich mehrfach deutlich, warum sie für das Recht auf Abtreibung ist: Ihr hat die Mutterschaft vor allem Kummer beschert.
Fun-Fact
Wer hätte gedacht, dass heutzutage auch Rollstühle mit GPS-Tracker ausgestattet sind.
Unser Fazit
Die Dialoge, in denen es um das gesellschaftliche Klima oder den Frauenhass geht, wirken ausnahmslos aufgesetzt. Die frühen Hinweise auf den Täter zeigen, dass es den Autorinnen nicht um klassische Krimispannung ging. Dass sie außerdem noch den Faktor häusliche Gewalt ins Spiel bringen, um zu erklären, warum Aktivistin Lara den Täter am Ende beinahe zu Tode prügelt, lässt den Film thematisch überfrachtet wirken. Immerhin hat das Drehbuch darauf verzichtet, die Gruppe der friedlich vor der Praxis gegen Abtreibungen protestierenden „fundamentalen Christen“ zu dämonisieren.
Spannung
Note 4
Anspruch
Note 3
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Doreen Brasch (Claudia Michelsen) lupft das Laken.
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Lara Becker (Luna Jordan) überwältigt Maik Gerboth (Sebastian Jakob Doppelbauer).
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Damit hat er wohl nicht gerechnet.
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Dania (Nicola Magdalena Lüders) trifft in der Magdeburger Innenstadt Maik Gerboth...
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...und wird prompt von ihm verfolgt. Warum?
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Toni (Ruben Sabel) und Lara Becker auf der Beerdigung.
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Doreen Brasch nutzt die Gunst der Stunde für ein paar Fragen.
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Lara hält die Trauerrede.
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Auch Dr. Schöffler-Hahnfeld (Jenny Schily, zweite von rechts) ist zur Beerdigung erschienen.
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Die Ärztin muss ihre Praxis geschlossen halten.
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Das liegt auch an den Leuten vor der Tür (Mathias Max Herrmann, Annett Sawallisch)
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Gut, dass Doreen Brasch nichts entgeht.
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Lara begleitet Dania (Nicola Magdalena Lüders) auf einem schweren Weg.
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Zwei Frauen, die sich unterstützen
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Dr. Schöller-Hahnfeld spricht Dania Mut zu.
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Maiuk Gerboth ist nicht mit allem einverstanden, was hier geschieht.
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Auch Lara sieht Probleme.
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...und da sind sie auch schon.
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Ob Singen allein da weiterhilft?
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Dania und Lara in der Praxis
