„Winters Nacht“: Neuer Tübingen-Krimi von Catrine Bauer

Mit „Winters Nacht“ veröffentlicht Krimiautorin Catrine Bauer die zweite Geschichte um Henrietta Winter, die nun Kommissarin in Tübingen ist. Darin treibt ein Frauenmörder in der schwäbischen Kreisstadt sein Unwesen.

Der Neckar spielt in „Winters Nacht“ eine zentrale Rolle. Cover: CW Niemeyer Buchverlage

Der Neckar spielt in „Winters Nacht“ eine zentrale Rolle. Cover: CW Niemeyer Buchverlage

Von Melanie Maier

Backnang. Zwei Morde an jungen Frauen ereignen sich innerhalb weniger Tage in Tübingen. Ein Zufall? Dem will Henrietta Winter in „Winters Nacht“ nachgehen. Als Kommissarin ermittelt die Hauptfigur von Autorin Catrine Bauer in deren zweitem Krimi. In Band eins, „Winters Spuren“, war Henrietta Winter, die von allen nur Henry genannt wird, noch als Juristin bei einer Nichtregierungsorganisation in Stockholm angestellt (wir berichteten). Mit ihrer alten Heimat Schweden verbinden die Polizistin jetzt nur noch die Telefonate mit ihrem ehemaligen Arbeitskollegen Christian. Der Österreicher unterstützt Henry dafür bei der Aufklärung der zwei Mordfälle in der schwäbischen Kreisstadt. Außerdem stehen der Polizisten ihre beiden Kollegen Daniel Faber und Joachim „Jim“ Schätzle zur Seite.

Ungefähr vier, fünf Monate hat Catrine Bauer am zweiten Teil ihrer Krimireihe um Henrietta Winter geschrieben. Anfang März ist „Winters Nacht“ bei CW Niemeyer Buchverlage erschienen (siehe Infotext). Ein bisschen schwierig sei es gewesen, den Schweden-Bezug aufrechtzuerhalten, berichtet die Autorin. Zu viele Rückblicke wollte sie nicht in den neuen Krimi packen, zu wenige aber auch nicht. Zum einen, weil Band zwei für sich stehen soll – dafür sind einige Verweise auf den ersten Serienteil nötig. Zum anderen wegen der Leserinnen und Leser. Würde Schweden gar keine Rolle mehr spielen, „wären vielleicht die Leute enttäuscht, die Band eins gerade deshalb gelesen haben“, erklärt Catrine Bauer. „Vielleicht lasse ich Henry irgendwann auch mal nach Schweden zurückkehren – in Band vier womöglich.“

Eine Frauenleiche wird am Neckarufer gefunden

Weitere Themen

In Band drei ist das nicht mehr möglich. Denn an diesem schreibt die in Backnang aufgewachsene Autorin und Lehrerin schon. „Es wird um einen Mord gehen, der im Nachtzug von Stuttgart nach Wien passiert“, verrät Catrine Bauer. Für die Recherche ist sie im Mai 2023 eigens in die österreichische Hauptstadt gereist. Dort wird Christian, Henrietta Winters alter Kollege, verhaftet. „Henry fährt dorthin und versucht, ihn da rauszuboxen.“ Ihre Kollegen Faber und Schätzle dürfen selbstverständlich ebenfalls wieder mitmischen. Die beiden seien ihren Testleserinnen und -lesern sehr ans Herz gewachsen, sagt Catrine Bauer.

Doch zurück zu Band zwei, „Winters Nacht“. Worum geht es eigentlich? Eine Frauenleiche wird am Neckarufer gefunden. Wenig später taucht ein Auto aus dem Fluss auf, die Fahrerin tot hinter dem Steuer. Hängen die Taten miteinander zusammen? Welche Gemeinsamkeiten haben die beiden Opfer? Was hat das alles mit einem Drogenfund zu tun? Und welche Spuren führen zu dem Frauenmörder, der in der Universitätsstadt sein Unwesen treibt?

Wie schon in Band eins ermittelt Henry auch in Teil zwei auf unkonventionelle Weise – und geht damit erneut selbst ein hohes Risiko ein. Catrine Bauer ist es zwar wichtig, dass ihre Krimis realitätsnah sind. So sind beispielsweise die Frauenärztin und der HNO-Arzt, die in „Winters Nacht“ vorkommen, ihre eigenen Ärzte in Tübingen, wo sie zehn Jahre lang gelebt hat. Auch die Kneipe „Last Resort“ und das Café „Zuckerbäcker“ gibt es wirklich. „Im ‚Last Resort‘ habe ich schon mal eine Lesung gehalten“, so die Autorin. Ab und zu, sagt sie, müsse der Realitätsanspruch aber auch zugunsten von Spannung und Unterhaltung in den Hintergrund rücken: „Es wäre ja langweilig, wenn bei jedem Einsatz direkt das SEK mit dabei wäre.“

Foto: privat
Catrine Bauer schreibt derzeit schon an Teil drei der Krimi-Serie. Foto: privat

Catrine Bauer schreibt derzeit schon an Teil drei der Krimi-Serie. Foto: privat

Morgen hält die Autorin eine Lesung

Buch „Winters Nacht“ von Catrine Bauer ist im März bei CW Niemeyer Buchverlage erschienen. Das Taschenbuch, ISBN 978-3-8271-9325-4, kostet 15 Euro und ist im Buchhandel erhältlich. Weitere Infos unter https://niemeyer-buch.de/titel/wintersnacht.

Autorin Catrine Bauer, 1984 in Waiblingen geboren, aufgewachsen in Backnang-Strümpfelbach, lebt mit ihrem Lebensgefährten – einem Polizeikommissar, von dem sie viele Informationen erhält – und ihrer Tochter in Rottenburg am Neckar. Sie hat in Tübingen Germanistik, Biologie und Schwedisch studiert. Heute arbeitet sie hauptberuflich als Lehrerin.

Lesung Auf der Stuttgarter Buchmesse hat die Autorin einen Stand, bei dem Bücher signiert und erworben werden können. Um 16.30 Uhr liest sie aus ihrem Krimi vor. Die Messe findet morgen von 10 bis 18 Uhr in der Schwabenlandhalle, Guntram-Palm-Platz 1 in Fellbach, statt. Eintritt: fünf Euro.

Zum Artikel

Erstellt:
8. März 2024, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Kultur im Kreis

Ausstellung von autistischen Künstlern in der Volksbank Backnang

Die Ausstellung „...weil das Leben bunt ist...“ ist am Donnerstag in der Hauptfiliale der Volksbank in Backnang eröffnet worden. Die ausgestellten Werke wurden von autistischen Menschen geschaffen, die bei der Paulinenpflege in Backnang leben und arbeiten.

In der Jugendmusik- und Kunstschule im Backnanger Bandhaus arbeiten Lilly Becker (rechts) und Biggi Binder (links) gemeinsam an einem neuen Song. Foto: Tobias Sellmaier
Top

Kultur im Kreis

Vom Bandhaus auf die große Bühne: Backnangerin bei „The Voice Kids“

Lilly Becker aus Backnang hat mit gerade mal elf Jahren bereits ihren ersten großen TV-Moment erlebt. In der Sat-1-Sendung „The Voice Kids“ überzeugte sie mit ihrer reichen Stimme und dem Song „I wish“ von Stevie Wonder. Unterstützt wird sie von ihrer Gesangslehrerin Biggi Binder.