Analyse: Corona-Pandemie lässt Schattenwirtschaft blühen

dpa/lsw Tübingen/Linz. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie gesunkene Erwerbseinkommen wegen der Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Anstieg der Schattenwirtschaft geführt. Das ist ein Ergebnis der am Dienstag veröffentlichten Analyse des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Linz.

Der Umfang der Schattenwirtschaft lag im Jahr 2020 laut Analyse bei 339 Milliarden Euro (2019: 324 Mrd. Euro). Für das Jahr 2021 werden 336 Milliarden Euro prognostiziert. Der Prognose für das laufende Jahr liegt ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent zugrunde. Für die Prognose wird davon ausgegangen, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt auf dem Niveau des Jahres 2020 verbleibt. Derzeit sei jedoch absehbar, dass sich die Kurzarbeit 2021 verfestigen werde, hieß es.

Laut der Analyse erhöhte sich das Verhältnis von Schattenwirtschaft und offizieller Wirtschaft zwischen den Jahren 2019 und 2020 von 9,4 Prozent auf 10,2 Prozent. Dabei hätten die Kurzarbeit als Krisenmaßnahme und die zeitweise Senkung der Umsatzsteuer einen noch größeren Anstieg der Schattenwirtschaft verhindert.

Neben der Corona-Pandemie bestimmt laut der Analyse auch der weitgehende Wegfall des Solidaritätszuschlags die weitere Entwicklung im Jahr 2021. „Diese erhebliche steuerliche Entlastung senkt den Anreiz, Arbeitsleistungen schwarz zu erbringen und senkt für sich genommen das vorhergesagte Niveau der Schattenwirtschaft um knapp 9 Milliarden Euro“, hieß es in der Pressemitteilung.

Durch die globale Corona-Pandemie ist die für das Jahr 2020 berechnete Schattenwirtschaft auch in den anderen Industrieländern gestiegen. Dabei habe die Schattenwirtschaft von 2019 auf 2020 in den USA mit plus 27 Prozent proportional am stärksten zugenommen.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-271634/2

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Erstellt:
2. Februar 2021, 15:44 Uhr

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