Dreifache Ehrung fürs Mehrgenerationenprojekt
Der BUND sieht im Projekt Wohnen im Quartier auf dem ehemaligen Krankenhausareal in Backnang eine mögliche „Wohnform der Zukunft“.
Freuen sich über die KfW-Urkunde (von links): Brigitte und Hans-Martin Trein, Marlis Schramm, Helmut und Hannelore Belznder, Heinz Goeckler, Wolfgang Kurr, die Architekten Jan Escher und Ursula Steinhilber, Bernd Claus, Michael Matzke und Gerhard Schramm. Foto: privat
Backnang. Das Jahr 2025 meinte es gut mit dem Mehrgenerationenprojekt Wohnen im Quartier, die Verantwortlichen dürfen sich gleich über eine dreifache Ehrung freuen. Dabei sieht das Gebäude auf den ersten Blick gar nicht so spektakulär aus, „aber es hat es in sich“, schreibt Elke Gassen, die zu den Initiatoren des Projekts zählt.
Das Wohnen im Quartier auf dem ehemaligen Krankenhausareal ist Backnangs bisher einziges Projekt, bei dem mehrere Generationen, die nicht miteinander verwandt sind, nicht nur unter einem Dach wohnen, sondern auch Begegnung wünschen und leben. Ob es das gemeinsame Upcycling von Textilien oder Geräten ist, das Miteinanderfeiern oder aber, wie jüngst geschehen, das Begrüßen neuer Nachbarn, in den Gebäuden ist viel los. Dank einer Architektur, die auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten ist, sind viele Aktivitäten möglich.
KfW und Architektenkammer würdigten das beispielhafte Projekt
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Im vergangenen Jahr erhielt das Projekt gleich dreimal eine Würdigung: Los ging es im Sommer mit dem zweiten Preis der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zum Thema bezahlbares und effizientes Wohnen. Gewürdigt wurde vor allem das Engagement der Stadt, die das Projekt unterstützt hat. Dazu hat der Fernsehsender NTV einen Beitrag gedreht, der auf der Homepage des Projekts unter www.wohnen-im-quartier-backnang.de/presse.html einzusehen ist. Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro teilten sich Architekten und die Stadt Backnang. Die Architekten unterstützen damit ein Roma-Ferienlager, die Stadt Backnang das Hospiz. Zudem hat die Architektenkammer das Projekt im Rahmen der Auszeichnung „Beispielhaftes Bauen im Rems-Murr-Kreis“ gewürdigt.
Und schließlich hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) das Projekt Wohnen im Quartier in seinem Jahrbuch 2026, „Ökologisch Bauen und Renovieren“, als ein Mehrgenerationenprojekt vorgestellt, „das das Potenzial zur Wohnform der Zukunft hat“. Es sei laut BUND nicht nur kostengünstig gewesen, sondern auch nachhaltig mit Blick auf Flächenverbrauch und soziales Leben. Auch diesen Beitrag findet man auf der Homepage von Wohnen im Quartier.
Mit Blick auf das benachbarte Wohnprojekt „Im Blütengarten“ schreibt Elke Gassen: „Mit großem Interesse schauen natürlich auch wir auf das – vom Grundsatz her völlig anders angelegte – Wohnprojekt ,Im Blütengarten‘.“ Gassen hofft, dass auch dieses in der Praxis gelingen und eine so große Würdigung erfahren wird wie das Projekt Wohnen im Quartier. Gassen: „In einer Gesellschaft, in der immer mehr von Einsamkeit – nicht nur alter Menschen – die Rede ist, sind Projekte wie diese lange überfällig. Und wie wir aus unserer inzwischen vierjährigen Erfahrung berichten können: Sie funktionieren!“ pm/not
