Ein Papagei im Jugendhaus

Bei der Ortsjugendkonferenz Allmersbach im Tal äußern junge Menschen ihre Wünsche

Die Jugend soll in Allmersbach im Tal mehr einbezogen werden, wenn es um ihre Belange geht. Unter dem Motto „Dein Dorf, deine Stadt, deine Ideen! Mach was und bring deine Ideen ins Rathaus!“ gab es eine Ortsjugendkonferenz, in der es in Gesprächsrunden um Themen wie das neue Jugendhaus ging.

Die jungen Menschen sprühen nur so vor Ideen, wenn es darum geht, das Leben in ihrer Gemeinde Allmersbach im Tal mitzugestalten. Fotos: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die jungen Menschen sprühen nur so vor Ideen, wenn es darum geht, das Leben in ihrer Gemeinde Allmersbach im Tal mitzugestalten. Fotos: A. Becher

Von Claudia Ackermann

ALLMERSBACH IM TAL. Rund 30 Jugendliche sind der Aufforderung gefolgt und haben sich im Bürgersaal der Turn- und Versammlungshalle eingefunden. Bürgermeister Ralf Wörner eröffnet die Veranstaltung. Künftig wolle man öfter zusammenkommen, um der Jugend Gelegenheit zu geben, ihre Wünsche zu äußern.

Da ist etwa das Jugendhaus, das verkauft wurde. Wie könnte die räumliche Zukunft eines neuen Jugendhauses aussehen? Welche Anregungen gibt es für das Angebot für Jugendliche in der Gemeinde? Wie möchten die jungen Leute bei für sie wichtigen Themen beteiligt werden? Grußworte spricht Ann-Michelle Tröster vom Rechenzentrum Iteos Baden-Württemberg, das Gemeinden in Jugendthemen und im Bereich Jugendbeteiligung unterstützt. Sie stellt das neue Jugendportal für Allmersbach im Tal vor, das es seit dieser Woche im Internet gibt und über die Seite der Gemeinde zu finden ist. Wissenswertes können Jugendliche dort erfahren, an Umfragen teilnehmen, Veranstaltungen werden angekündigt. Wie soll etwa die Weihnachtsfeier im Jugendhaus gestaltet werden? Möchten die Jugendlichen wichteln, basteln, zusammen backen oder einen Film ansehen? Auch Rückblicke mit Fotos gibt es, etwa auf das Sommerferienprogramm.

An drei Thementischen verteilen sich die Jugendlichen. 15 Minuten dauert eine Runde, dann wird der Tisch gewechselt. An einer Diskussionsrunde ist der Tischgastgeber Mirko Eichentopf von der offenen und mobilen Jugendarbeit Allmersbach im Tal. Hier geht es um die Räumlichkeiten für das neue Jugendhaus. Für einen Containerbau ist der Zwölfjährige Robert. Der 18-jährige Marcel rät davon ab. In Containern sei es im Winter zu kalt und bei sommerlichen Temperaturen zu heiß. Einen mehrstöckigen Neubau wünschen sich zahlreiche Jugendliche. Andere finden, man sollte nach einem bestehenden Haus suchen. Ein Garten sollte dabei sein.

Auch ganz junge Teilnehmer sind gekommen und beteiligen sich interessiert an den Plänen für die Zukunft. Wie die achtjährige Lucy, die beiträgt, das neue Jugendhaus sollte größer sein als das alte. Als Standort wird häufig der Platz beim Netto-Markt genannt. Zwar ist auch der Ortsteil Heutensbach im Gespräch, aber die meisten wünschen sich einen zentralen Standort in Allmersbach. Natürlich ist das Ganze am Ende auch eine Geldfrage, aber es geht bei der Ortsjugendkonferenz erst einmal um ein Stimmungsbild und die Sammlung von Meinungen. Zur Ausstattung des neuen Jugendhauses werden Sofas genannt, Billard, Tischtennis, Airhockey und ein Trampolin im Garten. Das führt über zu dem Thema, um das es am nächsten Thementisch geht, nämlich um die Angebote im Jugendhaus und der Gemeinde.

Die Wünsche sind altersbedingt unterschiedlich. Jüngere hätten gerne die Ausweitung der Kindertreffzeiten im Jugendhaus. Ein Papagei oder andere Tiere sollten angeschafft werden, schlägt die neunjährige Lotta vor. Der 15-jährigen Jenni ist ein Chillraum, in dem sie in Ruhe Musik genießen kann, wichtig. Räumlichkeiten, die man für Geburtstagsfeiern mieten kann, werden vorgeschlagen. Jens Strobel von der Gemeinde und Sebastian Frey vom Kreisjugendreferat nehmen hier die Anregungen entgegen und schreiben sie auf eine Tafel.

An weiteren Angeboten in der Gemeinde fehlt den Jugendlichen eine Eisdiele und ein Dorfladen. Manche Wünsche sind vielleicht ein wenig hoch gegriffen, wie etwa ein Hallenbad. Aber auch ganz konkrete Problematik für die Jugendlichen kommt auf den Tisch. So wird etwa die Busverbindung nach Backnang angesprochen. Bürgermeister Ralf Wörner geht von Tisch zu Tisch und diskutiert mit den Jugendlichen.

In der dritten Gesprächsrunde sind Hauptamtsleiterin Patrizia Rall und Petra Nonnenmacher vom Kreisjugendamt die Ansprechpartnerinnen. Die Frage steht auf dem Programm: Wie kann Jugendbeteiligung gestaltet werden? Ein Chat oder Forum auf der neuen Jugendportalseite wird vorgeschlagen und die Schaffung eines Jugendgemeinderats. Einige Jugendliche wären auch bereit, an Arbeitsgemeinschaften teilzunehmen.

Nicht nur die Tombola, die am Ende ausgelost wurde, war ein Grund für die Kinder und Jugendlichen zur Ortsjugendkonferenz zu kommen. Es zeigte sich, dass lebhaftes Interesse besteht, bei den eigenen Belangen mitzureden.

Petra Nonnenmacher vom Kreisjugendamt gehört zu den Ansprechpartnerinnen bei der Ortsjugendkonferenz in Allmersbach im Tal.

© Pressefotografie Alexander Beche

Petra Nonnenmacher vom Kreisjugendamt gehört zu den Ansprechpartnerinnen bei der Ortsjugendkonferenz in Allmersbach im Tal.

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Erstellt:
17. November 2018, 06:00 Uhr

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