Associated Press, Reuters und dpa
Führende Medienvertreter fordern von Israel Zugang zum Gazastreifen
„Lassen Sie uns nach Gaza“: Mit dieser Forderung wenden sich Chefredaktionen weltweit an die israelische Regierung. Diese blockiert weiterhin den Zugang für internationale Medien.
© AFP/MAHMUD HAMS
Mehr als 30 Chefredakteure und andere Führungskräfte internationaler Medienhäuser fordern Israel auf, Journalisten den Zugang zum Gazastreifen zu ermöglichen (Archivfoto).
Von red/KNA
Mehr als 30 Chefredakteure und andere Führungskräfte internationaler Medienhäuser fordern Israel auf, Journalisten den Zugang zum Gazastreifen zu ermöglichen. In einem offenen Brief, den der Auslandspresseverband FPA am Donnerstag veröffentlichte, bekräftigen die Unterzeichner, dass es für eine unabhängige Berichterstattung notwendig sei, vor Ort zu sein und mit Zivilisten sprechen zu können.
Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem nachfolgenden Krieg hat die israelische Regierung ausländische Journalisten daran gehindert, unabhängig nach Gaza einzureisen. Die einzige Möglichkeit, das Kriegsgebiet zu betreten, bestand bei seltenen sogenannten eingebetteten Besuchen unter Aufsicht und Zensur der israelischen Armee. Dabei können Journalisten sich nicht frei bewegen und ihre Gesprächspartner vor Ort nicht frei wählen. Eine unabhängige Berichterstattung ist somit nicht möglich.
Keine Einreise möglich
Bereits im Sommer 2024 hatte der Auslandspresseverband FPA beim Obersten Gerichtshof in Israel einen Antrag auf unabhängigen Zugang zum Gazastreifen gestellt. Die israelische Regierung hatte stets darauf gedrängt, ein Ende der Blockade zu verschieben.
Die Unterzeichner des offenen Briefs weisen nun darauf hin, dass die schwersten Kämpfe vorüber und eine Waffenruhe in Kraft sei. Journalisten stellten keine Gefahr für die israelischen Truppen dar. Während es Mechanismen für die Ein- und Ausreise von Hilfsorganisationen gebe, sei das bei Journalisten nicht der Fall.
Unterstützung für palästinensische Kollegen
Anlässlich der weltweiten Woche der Pressefreiheit rufe man Israel dazu auf, die Blockade unverzüglich aufzuheben: "Pressefreiheit ist ein grundlegender Wert einer offenen Gesellschaft. [...] Lassen Sie uns nach Gaza." Die Bürde der Berichterstattung dürfe nicht mehr allein auf den Schultern der palästinensischen Kollegen vor Ort liegen, die unter extremen Bedingungen arbeiteten, so der offene Brief weiter.
Zu den Unterzeichnern zählen Führungskräfte von Nachrichtenagenturen wie der Associated Press, Reuters und dpa. Auch Chefs von anderen Medienhäusern wie der britischen BBC, der "New York Times", des US-TV-Senders CNN und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gehören dazu.
