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Mit dem richtigen Schnitt zu mehr Früchten

OGV Oberbrüden lädt Obstbauberater ein – Der erklärt, wie der richtige Sommerschnitt geht

Ein Baum, der reichlich Früchte tragen soll, braucht Pflege. Dazu gehört auch ein gekonnter Sommerschnitt. Obstbauberater Adrian Klose war beim Obst- und Gartenbauverein Oberbrüden zu Gast und sorgte bei Sträuchern und Steinobstbäumen wieder für einen passenden Schnitt und somit wieder mehr Obst an den Ästen.

Welcher Ast ist nun der richtige, welcher Ast soll ab? Die Frage ist für Laien gar nicht so leicht zu beantworten. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Welcher Ast ist nun der richtige, welcher Ast soll ab? Die Frage ist für Laien gar nicht so leicht zu beantworten. Fotos: A. Becher

Von Sarah Schwellinger

AUENWALD. Dunkle, süße Kirschen, saftig-gelbe Mirabellen oder süß-säuerliche Schwarze Johannisbeeren: Wer im Sommer reichlich aromatische und große Früchte ernten will, der muss seine Bäume und Büsche gut pflegen. Nur vitale Pflanzen können gesunde Früchte tragen. Deshalb veranstaltet der Obst- und Gartenbauverein Oberbrüden jedes Jahr einen Kurs zum Thema Sommerschnitt.

„Dieses Jahr sind wir eigentlich etwas zu früh dran“, gesteht Karl Wurst vom OGV. Doch ganz einfach sei es nicht, einen Experten zu finden, der gleich in einem Abwasch den Sommerschnitt an Steinobst und Beeren tragenden Sträuchern erklärt.

Gekommen ist an diesem Tag Adrian Klose, Obstbauberater beim Rems-Murr-Kreis. Er steht in einem Garten, dem zwei ausladende Apfelbäume Schatten spenden. Doch die sind heute nicht dran, heute geht es dem Geäst der Schwarzen Johannisbeere, der Stachelbeere und des Rosenstrauchs an den Kragen. „Warum macht man bei einigen Sträuchern und Bäumen einen Sommerschnitt?“, fragt Klose gleich zu Beginn. Anders als eine Vielzahl von Bäumen, die im späten Winter geschnitten werden, ist es gerade für einige Steinobstbäume gut, sie im Sommer zurechtzuschneiden, nachdem sie ihre Früchte getragen haben. Ganz einfach: „Der Wundverschluss ist besser“, erklärt der Experte.

Im Sommer verheilen die Schnitte besser

Kürzt man die Äste des Baums oder Strauchs, verheilen die Wunden deutlich schneller, während sie im Winter lange offen sind. Denn im Winter fährt der Baum all seine Energie zurück, spart seine Kräfte fürs Frühjahr und den Sommer. Im Sommer, also ab Ende Juli bis Ende August, ist das ganze Zellsystem noch aktiv und kann somit besser auf die Schnittverletzungen reagieren. „Zudem können so weniger Schädlinge, wie Bakterien und Ähnliches, eindringen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass der Baum gesund bleibt, ist deshalb höher.

Johannis- und Stachelbeeren sind beliebte Sträucher in deutschen Gärten. Sie sind pflegeleicht, ihre säuerlich-süßen Früchte schmecken lecker und lassen sich vielseitig verarbeiten. Doch auch die brauchen hin und wieder einen pflegenden Schnitt. „Und was würden Sie jetzt tun?“, fragt der Fachmann und zeigt auf den recht buschigen Strauch der Schwarzen Johannisbeere. „Wir lassen etwa sechs, plus/minus zwei Triebe stehen“, gibt er die Antwort. Zuerst müssen die Ruten ab, die nach außen hängen. Dann geht’s dem alten Holz an den Kragen – die dicksten Äste. Rote und weiße Johannisbeeren bilden an den Seitentrieben der zwei- bis dreijährigen Hauptäste die meisten Früchte. Ab dem vierten Jahr lässt der Ertrag bereits spürbar nach. Auch von den neu nachgewachsenen Ruten muss einiges weg. Das schafft Platz für die kräftigen, gut nachgewachsenen Ruten und so kommt im nächsten Jahr mehr Sonne an die Früchte.

Alle Ruten, die weg müssen, sollten möglichst weit unten abgeschnitten werden.

© Alexander Becher

Alle Ruten, die weg müssen, sollten möglichst weit unten abgeschnitten werden.

Die Beetrose kann eigentlich das ganze Jahr geschnitten werden. Wer die verblühten Teile entfernt, regt das Wachstum an und es kann sein, dass sich eine neue Blüte entwickelt.

Für die Kursteilnehmer geht es weiter auf die Obstbaumwiese. Dort reihen sich Mirabellen- an Kirschbäume. Hier reicht nun keine Gartenschere mehr, es muss größeres Werkzeug her. Auch hier fragt Klose wieder: „Wo fangen wir an zu schneiden?“ Für Anfänger fast ein Buch mit sieben Siegeln, doch einige der Teilnehmer und Mitglieder des OGV sind schon geübt und haben den Blick für den richtigen Schnitt. Zu steil und zu dicht stehende Äste werden komplett entfernt. Dadurch gelangt mehr Sonne an die Früchte, sie reifen besser aus und färben sich schöner. Zudem trocknet eine lichte Krone schneller ab, und das schützt vor Pilzkrankheiten. Richtig durchgeführt lassen sich mit dem Sommerschnitt neue Austriebe durchaus reduzieren.

Überzählige Zweige, die mit ihren Blättern Früchte beschatten und die für den weiteren Baumaufbau nicht mehr benötigt werden, sollten im Spätsommer herausgeschnitten werden. Dazu gehören auch einjährige Triebe und die Zweige, die steil nach oben wachsen und eine Länge von 20 bis 30 Zentimeter haben, sogenannte Wasserschosse. Denn senkrechtes Holz braucht mehrere Jahre, bis daran Früchte wachsen.

Die jungen, abgeschnittenen Triebe lassen sich wieder zu einem neuen Strauch heranziehen.

© Alexander Becher

Die jungen, abgeschnittenen Triebe lassen sich wieder zu einem neuen Strauch heranziehen.

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Erstellt:
19. August 2019, 11:30 Uhr

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