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Neues Verkehrskonzept für den Tälestreff

Die Umleitung für das Weissacher Straßenfest sorgt seit Langem für Probleme – Beim nächsten Termin 2021 steht die 50-Jahr-Feier der Gemeinde bevor

Die Gemeinde Weissach im Tal denkt über ein neues Verkehrskonzept für den Tälestreff nach. Grund ist der Aufwand, den der Bauhof alle zwei Jahre treiben muss, um die festgelegten Umleitungsstrecken zu ertüchtigen: Fahrbahnbeläge sind zu erneuern, Feldwege zu verbreitern, Befestigungen vorzunehmen und Gehölze zurückzuschneiden.

Alle zwei Jahre findet in Unterweissach der Tälestreff statt. Dann ist die Ortsdurchfahrt für den Verkehr gesperrt. Archivfoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Alle zwei Jahre findet in Unterweissach der Tälestreff statt. Dann ist die Ortsdurchfahrt für den Verkehr gesperrt. Archivfoto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Hinzu kommt, dass auch die seit dem Jahr 2013 bestehende Verkehrsregelung, die nach langwierigen Verhandlungen und einer Klage beim Verwaltungsgericht Stuttgart ausgetüftelt worden war, bei den Betroffenen auf wenig Gegenliebe stößt. So sieht sich das Rathaus beim Tälestreff nach wie vor regelmäßig Beschwerden wegen der Umfahrung ausgesetzt.

Das Problem: In Unterweissach sind praktisch alle Straßen auf die Ortsmitte ausgerichtet. Tangentiale Strecken als Alternative gibt es nicht, ausgenommen die sogenannte Querspange, die Lommatzscher Straße, zwischen Welzheimer und Stuttgarter Straße.

Daher müssen, wenn der Tälestreff alle zwei Jahre in der Ortsmitte auf dem Marktplatz und vor der Kulisse des historischen Rathaus-Ensembles stattfindet, die Verkehrsströme entweder weiträumig um den Ort herum oder aber durch Wohnstraßen und über Feldwege gelenkt werden. Im einen Fall führt dies zu unverhältnismäßig langen Strecken, im anderen zu einer entsprechenden Belastung für die Anwohner. Am Tälestreff an sich soll aber nicht gerüttelt werden: Die Veranstaltung, die seit über 40 Jahren stattfindet und sich über drei – früher sogar vier – Tage erstreckt, spiele im kulturellen und gesellschaftlichen Leben eine wichtige Rolle und erfreue sich großer Beliebtheit, wie Haupt- und Ordnungsamtsleiter Maximilian Sczuka im Verwaltungs- und Umweltausschuss des Gemeinderats ausführte. Und es sei politischer Wille, das Fest am bisherigen Standort in der gewohnten Form beizubehalten.

Aus der Taufe gehoben wurde der Tälestreff nach der Gemeindereform, um das Zusammenwachsen der früher selbstständigen Ortsteile zu fördern und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Pro Festtag kommen laut Sczuka rund 1500 Besucher auf den Tälestreff. Die nächste Ausgabe – Nummer 23 – soll 2021 stattfinden. Dann feiert die Gemeinde ihr 50-jähriges Bestehen.

Vor diesem Hintergrund hat die Gemeindeverwaltung beizeiten – der letzte Tälestreff liegt erst vier Monate zurück – die Fühler nach einer neuen Lösung für die Verkehrsprobleme ausgestreckt. Auf der Suche nach einer Alternative setzte man sich mit der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Backnang und mit der Polizei zusammen und entwarf eine neue Streckenführung, die den alle zwei Jahre wiederkehrenden Aufwand begrenzen soll. Die Möglichkeit dazu hat sich ergeben, weil die neuen Niederflurbusse aus technischen Gründen nicht mehr auf der seitherigen Umleitungsstrecke fahren können, die zugunsten der Busse für anderen Verkehr gesperrt war: Sie schaffen es schlicht nicht über das Brüdenbach-Brückle auf halber Strecke zwischen Unterweissach und Unterbrüden.

Damit könnte künftig diese Route über die Friedensstraße und die Brüdenwiesen als Einbahnstraße für den Pkw-Verkehr in Richtung Auenwald genutzt werden. In umgekehrter Richtung sollen die Fahrzeuge dann beim Notariat in den Brühlweg abbiegen, vor dem Dresselberg quasi umkehren und dann über den Mühlweg zur Backnanger Straße fahren – alles ebenfalls als Einbahnstraße. Damit würde die umständliche Ausweichstrecke über die Dresselhöfe, die auch gefahrenbehaftet war, komplett entfallen. Busse der Linie in Richtung Auenwald müssten künftig in Unterweissach umkehren: Für die Dauer des Festes würde der Ringschluss ausgesetzt.

Bedingung für diese Lösung wären allerdings Sicherheitsvorkehrungen rund um den Spielplatz Brühlweg: Die Anlage müsste eingezäunt und während der Umleitungszeit beleuchtet werden, und es müsste ein Fußweg von der sogenannten Schlehner-Brücke zum Spielplatz gebaut werden – ein Aufwand, der sich nicht alle zwei Jahre wiederholen würde.

„Die Stadt Backnang würde diesen Weg mitgehen“, berichtete Sczuka. Allerdings, darauf wies Irmgard Hestler (SPD) hin, würde diese Streckenführung Anwohner betreffen. Da dies aber nur alle zwei Jahre für wenige Tage der Fall wäre, könne man das auch mal aushalten. Wilhelm König (UBL) empfahl, mit diesem Plan in die Anhörung zu gehen. Carl Höfer (CDU/FWV) sah darin „eine vernünftige Lösung“ und fügte hinzu: „Probleme gibt es überall.“ Wichtig sei, eine rechtssichere Umleitung zu definieren und dafür eine möglichst einfache Strecke zu finden. Jan Hutzenlaub (Weissacher Bürger) mahnte zudem, die Gemeinde müsse dafür sorgen, dass langsam gefahren wird.

Bürgermeister Ian Schölzel will auf jeden Fall die Zeit bis zum nächsten Tälestreff nutzen und die Anhörung starten. Danach werde man erneut beraten.

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Erstellt:
23. November 2019, 16:00 Uhr

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