Prozessauftakt: Junge Frau plant Anschlag in Fellbach und Waiblingen

Eine 25-Jährige wollte viele Personen im Rathaus Fellbach und im Amtsgericht Waiblingen töten. Am Dienstag hat der Prozess am Landgericht Stuttgart begonnen.

Die Angeklagte soll geplant haben, das Fellbacher Rathaus und das Waiblinger Amtsgericht in die Luft zu sprengen. Foto: Stadt Fellbach/Simone Mathias

© Melanie Maier

Die Angeklagte soll geplant haben, das Fellbacher Rathaus und das Waiblinger Amtsgericht in die Luft zu sprengen. Foto: Stadt Fellbach/Simone Mathias

Von Heike Rommel

Fellbach/Waiblingen. Unter anderem weil sie schwere, staatsgefährdende Straftaten vorbereitet hat, muss sich eine 25-Jährige vor dem Landgerichts Stuttgart verantworten. Die Frau soll Amokläufe auf das Fellbacher Rathaus und auf das Amtsgericht Waiblingen geplant haben. In ihrer Wohnung wurde ein ganzes Waffenarsenal beschlagnahmt.

Umgebaute Schusswaffen, Schreckschuss- und Gasdruckpistolen, Harpunen, Macheten, Messer, Brandsätze, Hieb- und Stichwaffen sowie mehr als ein Kilo selbst hergestelltes Schwarzpulver für Rohrbomben: Das alles entdeckte die Polizei bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung in Fellbach. Sie hat außerdem diverse Manifeste und Abschiedsbriefe verfasst. Die Angeklagte hat sich beim Prozessauftakt vor der Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Lauchstädt weder zu ihrer Person noch zu den Tatvorwürfen geäußert.

Zu der Verhandlung wurde die Angeklagte aus dem Frauengefängnis Schwäbisch Gmünd gebracht. Dort befindet sie sich seit Oktober in Untersuchungshaft. Staatsanwalt Patrick Bader legte der berufslosen, ledigen Frau zur Last, mindestens seit 2021 und bis zum 17. Oktober 2023 in ihrer Fellbacher Wohnung Amokläufe vorbereitet zu haben. Laut Anklage der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wollte sie im Rathaus Fellbach mindestens drei Mitarbeiter töten und auch im Waiblinger Amtsgericht Amok laufen, wo sie einmal Prozessbeteiligte war. Einen Beamten, der noch als Zeuge aussagen wird, habe die unter gesetzlicher Betreuung stehende Frau besonders im Auge gehabt, weil er ihre Zuneigung nicht erwiderte.

In dem Prozess geht es auch um die Schuldfähigkeit der Angeklagten

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Die Frau, so der Staatsanwalt, habe sich zudem vom Staat tyrannisiert und gedemütigt gefühlt. Hintergrund der Tat sei außerdem rassistisches Gedankengut gewesen. In bedrohlichen Manifesten mit Titeln wie „Tag X“ oder „Doomsday“ beschrieb sie, wie sie Ausländer attackieren will.

Vorgeworfen wird der Beschuldigten des Weiteren Hausfriedensbruch und Körperverletzung in einem Fellbacher Supermarkt. Dort soll sie im November 2022 Mitarbeiter beleidigt und einen davon getreten und geboxt haben, nachdem sie aus dem Laden getragen wurde. Weil ihr ein zweijähriger Nachbarsjunge zu laut war, so ein weiterer Anklagepunkt, hat die Frau das Kind an einem Tag im Juli 2023 auf den Hinterkopf geschlagen und vor der Mutter den Feuerlöscher als Angriffswerkzeug hin und her geschwungen.

Pflichtverteidigt wird die Angeschuldigte von Jens Rabe. Zwei gesetzliche Betreuerinnen der Beschuldigten wurden bereits am ersten Verhandlungstag nichtöffentlich im Zeugenstand vernommen. Nach Aussage des Verteidigers geht es in dem Prozess darum, ob die Frau ins Gefängnis kommt oder ob sie in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Der Prozess wird am Freitag, 12. April, ab 9 Uhr mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

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Erstellt:
10. April 2024, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. April 2024, 14:56 Uhr

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