So geht es bei den Burgstettener Vereinen nach dem Unwetter weiter

Erst richten die Wassermassen Schäden im Gewerbegebiet in Erbstetten an, dann fließen sie zu den Sportplätzen. Die Vereine sind optimistisch.

Einer der vier Tennisplätze von oben. Gespielt werden kann hier nicht mehr. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Einer der vier Tennisplätze von oben. Gespielt werden kann hier nicht mehr. Foto: A. Becher

Von Kristin Doberer

Burgstetten. Bevor die Wassermassen das Freibad erreichten, flossen sie bei dem Unwetter Ende Juni zunächst durch das darüberliegende Gewerbegebiet „Diespel-Blumental“. Denn neben den zahlreichen vollgelaufenen Kellern in der Gemeinde verursachte das Wasser dort teils noch größere Schäden bei Privatpersonen und Gewerbetreibenden. Zum Beispiel ist in dem Gewerbegebiet ein Wohnhaus mit dazugehörigen Geschäftsräumen vorerst wohl nicht bewohnbar.

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Aus dem Gewerbegebiet heraus suchte sich das Wasser dann seinen Weg über das Sportgelände der SKG Erbstetten und dann weiter zum Tennisclub Burgstetten. Zumindest beim Fußballplatz kann nun ein vorsichtiger positiver Blick auf die nächsten Wochen geworfen werden, denn um den großen Rasenplatz steht es vermutlich nicht so schlecht wie zunächst gedacht. „Wir hatten mehrere Besichtigungen mit Spezialisten und dem Bauhof“, sagt Torsten Greiner, Abteilungsleiter Fußball. Zwar stand der Platz noch nie in einem solchen Ausmaß unter Wasser – und noch nie blieb so viel Schlamm auf dem Rasen liegen –, doch durch die wiederholten Regenfälle danach sei wohl schon einiges an Schlamm weggeschwemmt worden. Der Matsch, der nun noch auf dem Rasen ist, soll in den kommenden Tagen abgetragen werden, danach steht eine große Aufbereitung des Rasens an. Dafür wird dieser über Löcher gelüftet, anschließend werden mehrere Tonnen Sand eingearbeitet. „Dann dürfte man den Platz wieder nutzen können“, zeigt sich Greiner nach den Gesprächen mit den Spezialisten optimistisch. Die Arbeiten am Platz sollen noch in dieser Woche beginnen, bis zum Beginn der Vorbereitung wird er aber wohl noch nicht bespielbar sein. Mindestens in der ersten Trainingswoche wird man sich andere Möglichkeiten wie Krafttraining, Laufeinheiten und das Ausweichen auf den kleinen Platz suchen müssen. Sollte sich der Platz doch nicht ganz so leicht richten lassen, gäbe es auch noch das Angebot des Staffelleiters, alle Spiele der Hinrunde auswärts stattfinden zu lassen. „Wir sind guten Mutes, dass wir – wenn auch mit Einschränkungen – gut in die Runde starten können.“

Das Wasser steht auf und neben den Tennisplätzen. Foto: privat

Das Wasser steht auf und neben den Tennisplätzen. Foto: privat

Weitaus größer ist der Schaden beim Tennisclub. Diesen hat des Unwetter tatsächlich mitten in der Runde erwischt, auf den Plätzen ist vorerst weder Trainings- noch Spielbetrieb möglich. Auch hier sei der Verein bereits mit Fachplanern im Gespräch, doch klar ist: Die Plätze sind stark beschädigt, es geht um deutlich mehr als nur das Säubern. Für die nächste Zeit weichen die Sportler nun auf die Plätze anderer Vereine aus. „Von der Solidarität sind wir immer noch überwältigt“, sagt Jana Wolf, eine der Vorsitzenden des Vereins. Mal ist man in Weiler zum Stein, mal in Kirchberg, Aspach oder Lippoldsweiler zu Gast. Zum Teil seien die Verantwortlichen der anderen Vereine sogar von selbst an sie herangetreten und haben ihre Plätze angeboten, berichtet Jana Wolf begeistert. Auch innerhalb des Vereins packen gerade alle mit an. Nicht nur beim Saubermachen nach dem Unwetter. In der Tennishalle zum Beispiel muss noch immer regelmäßig gelüftet und nach den Trocknern geschaut werden.

Auch die Tennishalle ist überflutet. Foto: privat

Auch die Tennishalle ist überflutet. Foto: privat

Finanziell könnte das Unwetter durchaus eine Herausforderung für den Verein werden. Denn die Versicherung der Plätze decke den Hochwasserfall nicht ab. „Aber wir haben vom Landkreis schon eine Zusage für Soforthilfe bekommen“, so die Vorsitzende. Und auch vom Württembergischen Landessportbund gebe es Fördertöpfe für solche Fälle. Beim Blick in die Zukunft will der Verein aber auch – gemeinsam mit der Gemeinde – nach einem besseren Schutzkonzept suchen. Schließlich ist es, wenn auch nur in geringerem Maß, schon häufiger vorgekommen, dass die Plätze bei heftigem Regen unter Wasser standen. „Langfristig müssen wir ein Konzept finden, wie man den Schutz verbessern kann.“

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Erstellt:
11. Juli 2024, 06:00 Uhr

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