Stadt Backnang plant Investitionen ins Wonnemar

Die Städtische Bädergesellschaft will das elf Jahre alte Bad fit für die Zukunft machen. Im Gespräch sind unter anderem eine neue Rutsche und eine Erweiterung des Saunabereichs. Auch das Energiekonzept kommt auf den Prüfstand.

Der Saunabereich im Backnanger Wonnemar hat großen Zulauf. Betriebsleiter Alexander Happold wünscht sich deshalb eine Erweiterung. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Der Saunabereich im Backnanger Wonnemar hat großen Zulauf. Betriebsleiter Alexander Happold wünscht sich deshalb eine Erweiterung. Foto: Alexander Becher

Von Kornelius Fritz

Backnang. Als das Backnanger Wonnemar im Dezember 2012 eröffnete, war es das schönste Schwimmbad weit und breit. Auch elf Jahre später sieht Alexander Happold keinen Grund zu klagen. „Das ist immer noch eine Topanlage“, sagt der Betriebsleiter, der erst vor einem guten Jahr die Führung übernommen hat. Der Bäderchef, der bei der privaten Betreibergesellschaft Interspa angestellt ist, lobt auch die Stadt Backnang als Eigentümerin der Immobilie: „Sie hat das Bad nicht vernachlässigt und regelmäßig investiert.“ Das spiegelt sich auch in den Besucherzahlen wider, die nach Corona wieder deutlich gestiegen sind.

Allerdings wollen sich Eigentümer und Betreiber auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen, denn die Konkurrenz schläft nicht. Wenn dieses Jahr das Wunnebad in Winnenden nach der Generalsanierung wieder seine Türen öffnet, dürfte das auch Auswirkungen aufs Wonnemar haben. „Sicher werden einige unserer Gäste dann auch mal nach Winnenden gehen, schon aus Neugier“, vermutet Martin Hinderer, Geschäftsführer der Städtischen Bädergesellschaft.

Damit das Stammpublikum dem Wonnemar aber langfristig treu bleibt, macht er sich nun Gedanken darüber, wie das Backnanger Bad noch attraktiver werden kann. In der Branche gelte die Faustregel, dass man etwa alle fünf Jahre etwas Neues bieten müsse, um seine Besucherzahlen zu halten, erzählt Happold: „Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren.“ Diese Einschätzung teilt auch Martin Hinderer: „Um die Marktposition unseres Bades zu erhalten, müssen wir investieren.“

Mit VR-Brille virtuell in der Karibik schnorcheln

Dafür will er ein Konzept entwickeln, einige Ideen sind schon bekannt. So wird schon seit ein paar Jahren über den Bau einer zweiten Wasserrutsche diskutiert, die vor allem Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren ansprechen soll. Die bestehende Rutsche bietet für diese Altersgruppe zu wenig Nervenkitzel. Auch im Saunabereich soll investiert werden. 2018 hatte es bereits konkrete Pläne für eine Erweiterung gegeben: Unter anderem waren der Bau einer neuen Panoramasauna und ein zusätzlicher Ruheraum geplant. Aus Kostengründen wurden die Pläne damals gestoppt.

Nun könnten sie wieder aus der Schublade geholt werden, denn gerade im Winter stößt der Saunabereich immer wieder an seine Kapazitätsgrenze. An manchen Sonntagen sei zeitweise ein Einlassstopp nötig gewesen, erzählt Alexander Happold. Auch der Bau eines neuen Dampfbads wäre aus seiner Sicht sinnvoll. Dafür könnte der wenig genutzte Kälteraum wegfallen.

Weitere Themen

Klar ist, dass es um Investitionen im Millionenbereich geht. Martin Hinderer rechnet deshalb auch nicht mit einer schnellen Entscheidung. Bis Herbst möchte er konkrete Vorschläge erarbeiten, als Diskussionsgrundlage für den Aufsichtsrat der Bädergesellschaft und den Backnanger Gemeinderat. Auch die Frage, woher die Murrbäder ihre Energie bekommen, wird dann wohl zur Sprache kommen. Aktuell kommen Wärme und Strom aus einem eigenen Blockheizkraftwerk, das mit Biogas betrieben wird. Nun soll geprüft werden, ob darüber hinaus noch weitere regenerative Quellen zur Energieversorgung eingesetzt werden können, etwa Sonnenenergie oder eine Wärmepumpe.

Während das alles noch Zukunftsmusik ist, macht sich Alexander Happold auch im täglichen Betrieb Gedanken darüber, wie man neue Besucher ins Bad locken kann. Wobei das aus seiner Sicht gar nicht so einfach ist: „Der Standard ist hier nämlich schon sehr hoch.“ So lockt das Wonnemar regelmäßig mit Veranstaltungen und Aktionen wie dem „Candlelight-Schwimmen“ oder langen Saunanächten. Seit dieser Woche gibt es nun noch eine ganz neue Attraktion: Für neun Euro kann man im Wonnemar mit einer sogenannten Virtual-Reality-Brille durchs Becken schnorcheln und sich dabei wie bei einem Tauchgang in der Karibik fühlen. Alexander Happold hat es bereits ausprobiert und war begeistert: „Man kann dabei völlig abschalten.“

Personalmangel lässt die Kosten steigen

Ein Problem, das das Wonnemar mit vielen Schwimmbädern teilt, ist der Mangel an qualifiziertem Personal. Aktuell sind zwei Vollzeitstellen offen, auch der Ausbildungsplatz zum Fachangestellten für Bäderbetriebe konnte nicht besetzt werden. „Wir arbeiten eben dann, wenn andere frei haben“, kennt Alexander Happold den Grund, warum die Jobs bei jungen Leuten nicht allzu beliebt sind. Der Betriebsleiter ist deshalb froh, dass er die Öffnungszeiten in Backnang im Gegensatz zu anderen Bädern bisher noch nicht reduzieren musste.

Dies sei allerdings schon im vergangenen Jahr nur durch den Einsatz von Leiharbeitskräften möglich gewesen. Für den Betreiber ist diese Variante mit zusätzlichen Kosten verbunden, die sich nun in weiteren Preiserhöhungen niederschlagen. So ist der Preis für eine Vierstundenkarte im Hallenbad zum 1. Januar um 40 Cent auf 10,90 Euro gestiegen, Saunabesucher bezahlen für vier Stunden nun 22,50 Euro – das ist ein Euro mehr als im Vorjahr.

Freibadsaison beginnt im April

Eröffnung Das Backnanger Freibad öffnet dieses Jahr bereits am Montag, 29. April, und damit zwei Tage früher als üblich. Neben Reparaturarbeiten wurden auf dem Gelände über den Winter auch neue Spielgeräte für Kinder aufgestellt.

Tickets Auch im Freibad sind die Eintrittspreise im Vergleich zur Vorsaison gestiegen. Ein Einzelticket für Erwachsene kostet nun 7 Euro (bisher 6 Euro), der ermäßigte Tarif steigt von 4,50 Euro auf 5,50 Euro. Auch die Saisonkarten sind teurer geworden. Sie kosten nun regulär 115 Euro (bisher 100 Euro) und 80 Euro ermäßigt (bisher 75 Euro). Wer sich seine Saisonkarte im Vorverkauf bis Ende März sichert, erhält zehn Prozent Rabatt.

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Erstellt:
13. März 2024, 06:00 Uhr

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