Wasserwerk Murrtal ist komplett am Netz

Nach acht Jahren Bauzeit speisen nun 55 Quellen und Brunnen das Wasserwerk bei Burgstetten und sichern so die Versorgung im nördlichen Rems-Murr-Kreis. Rund 75000 Menschen profitieren von besserer Wasserqualität und höherer Versorgungssicherheit.

Alleine das Wasserwerk Murrtal in Burgstetten hat ungefähr 14 Millionen Euro gekostet.  Fotos: NOW

Alleine das Wasserwerk Murrtal in Burgstetten hat ungefähr 14 Millionen Euro gekostet. Fotos: NOW

Rems-Murr. Endlich, nach insgesamt acht Jahren Bauzeit, ist das Wasserwerk Burgstetten vollständig am Netz. Das gemeinsame und zentrale Infrastrukturprojekt des Zweckverbands Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) für den nördlichen Bereich des Rems-Murr-Kreises vereint zahlreiche Vorteile. Und zwar nicht nur für die NOW, sondern auch für die projektbeteiligten Gemeinden Allmersbach im Tal, Aspach, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler sowie für die Stadtwerke Backnang und für die Zweckverbände Allmersbach im Tal, Hardt – Wasserversorgung und die Söllbachgruppe.

Die Aufbereitungskapazität des Wasserwerks beträgt rund 80 Liter pro Sekunde, was einer Tagesleistung von bis zu 6,9 Millionen Liter Trinkwasser entspricht.

Die Aufbereitungskapazität des Wasserwerks beträgt rund 80 Liter pro Sekunde, was einer Tagesleistung von bis zu 6,9 Millionen Liter Trinkwasser entspricht.

Die teilnehmenden Gemeinden speisen das Quellwasser ihrer Gemarkung ins System ein, woraufhin es im Wasserwerk gesammelt, lebensmitteltechnisch überprüft, aufbereitet, enthärtet und schließlich an die Kommunen zurückgeführt wird.

Mit der Fertigstellung des letzten Bauabschnitts im vergangenen Herbst liefern nun alle vorgesehenen 55 Brunnen und Quellen ihr Wasser an das Wasserwerk Murrtal bei Burgstetten. „Das Wasserwerk Murrtal verfügt über eine Aufbereitungskapazität von rund
80 Liter pro Sekunde, was einer Tagesleistung von bis zu 6,9 Millionen Liter Trinkwasser entspricht. Damit wird die Wasserversorgung für rund 75000 Menschen nachhaltig gestärkt“ berichtet NOW-Geschäftsführer Jochen Damm.

Kommunale Zusammenarbeit

Alle am Projekt beteiligten Gemeinden sowie die Stadtwerke Backnang sind Mitglieder im Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg, der mit der Planung und Umsetzung des Projekts beauftragt wurde und jetzt für den Betrieb zuständig ist. „Ziel dieses Verbundprojekts zur gemeinsamen Wasseraufbereitung ist es, die vorhandenen Wasserressourcen in der Region bestmöglich zu nutzen und den Bürgern eine einheitlich hohe Wasserqualität zu bieten“ erläutert NOW-Projektleiter Marco Düring. „Aus diesem Grund wurde im Wasserwerk eine moderne Enthärtungsanlage installiert, die die Wasserhärte von etwa 25 Grad in der Rohwasserkammer auf 13 Grad deutscher Härte reduziert.“

Schrittweise Umsetzung

Um das Projekt zügig zu realisieren, wurde parallel an mehreren Bauabschnitten gearbeitet. Der Baubeginn für das Wasserwerk war im Herbst 2017. Mit der Anbindung der ersten Brunnen und Quellen aus Burgstetten und Leutenbach ging die Anlage im August 2020 in Teilbetrieb. Nach und nach folgten die Wasservorkommen in Aspach und Allmersbach im Tal.

NOW-Geschäftsführer Jochen Damm erklärt: „Dieses Verbundprojekt sorgt dafür, dass unsere heimischen Wasserressourcen optimal für die öffentliche Wasserversorgung genutzt werden.“

NOW-Geschäftsführer Jochen Damm erklärt: „Dieses Verbundprojekt sorgt dafür, dass unsere heimischen Wasserressourcen optimal für die öffentliche Wasserversorgung genutzt werden.“

Weitere Themen

Im vergangenen Jahr wurden dann schließlich auch die Wasserfassungen in Backnang und Oppenweiler an das System angeschlossen. „Insgesamt wurden 49 Kilometer an Roh- und Reinwasserleitungen verlegt, um die teils weit verteilten Wasservorkommen an das Wasserwerk anzubinden. Die meisten Brunnen und Quellschächte wurden instand gesetzt und modernisiert, zudem entstanden neue Zwischenbehälter und Pumpwerke“ so Düring. „Insgesamt wurden 42,7 Millionen Euro in leistungsfähige Versorgungsstrukturen investiert, wodurch Wasserqualität und Versorgungssicherheit verbessert werden.“

Regionale Ressourcen weiter ausbauen

Für den Fernwasserversorger NOW ist das Projekt ein bedeutender Meilenstein zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung seiner Verbandsmitglieder. „Dieses und weitere Verbundprojekte sorgen dafür, dass unsere heimischen Wasserressourcen optimal für die öffentliche Wasserversorgung genutzt werden können“, betont Jochen Damm. „Wir sind davon überzeugt, dass die Herausforderungen der Zukunft, insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels, am besten gemeinschaftlich bewältigt werden können. Die Wasserversorgungskonzeption für den nördlichen Rems-Murr-Kreis, in der mehrere Kommunen mit ihrem Fernwasserversorger zusammenarbeiten, ist dafür ein erfolgreiches Beispiel.“

Vorsorglich mit Aktivkohlefiltration

Um auf die zunehmende Belastung des Rohwassers durch Spurenstoffe wie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder Medikamenten vorbereitet zu sein, wurde das Wasserwerk Murrtal vorsorglich mit einer Aktivkohlefiltration ausgestattet. Durch die Berücksichtigung des Aktivkohlefilters beim Bau des Wasserwerks können langfristig Finanzmittel eingespart werden, da der nachträgliche Einbau einer Aktivkohlefiltration deutlich teurer und mit einem hohen Betriebsaufwand verbunden wäre.

Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW)

NOW Der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) mit Sitz in Crailsheim ist der drittgrößte Fernwasserversorger in Baden-Württemberg. Seit seiner Gründung im Jahr 1953 stellt der kommunale Verband die zuverlässige Trinkwasserversorgung
für rund 100 Städte und Gemeinden sicher.

Versorgungsgebiet Das Versorgungsgebiet umfasst die Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe sowie Teile der Landkreise Rems-Murr, Main-Tauber, Ostalb und Neckar-Odenwald sowie des Landkreises Heilbronn.

Leitungsnetz Mit einem 931 Kilometer langen Leitungsnetz und einer jährlichen Wasserabgabe von etwa 29 Millionen Kubikmetern trägt der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg maßgeblich zur regionalen Wasserversorgung bei. Der Verband betreibt neun Wasserwerke, in denen Grundwasser aus rund 200 Brunnen und Quellen aufbereitet wird. Rund 40 Prozent des Wassers stammen aus der Region, der Rest wird von Vorlieferanten bezogen.

Sicherheit Der NOW steht für eine zukunftsorientierte und wirtschaftliche Wasserversorgung in kommunaler Verantwortung. Sein Ziel ist die zuverlässige Versorgung der 75 Verbandsmitglieder mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Dabei legt der NOW besonderen Wert auf den nachhaltigen Umgang mit den regionalen Wasserressourcen, um Versorgungssicherheit jederzeit und zu möglichst geringen Kosten zu gewährleisten.

Kosten Die Gesamtkosten des Wasserwerks Burgstetten belaufen sich auf 42,7 Millionen Euro. Etwa 14 Millionen Euro kostete das Wasserwerk, davon flossen allein neun Millionen in die Aufbereitungstechnik. Das Land schoss 16 Millionen zu.

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Erstellt:
22. Januar 2026, 06:00 Uhr

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