Der RSV Waldrems erfüllt die eigenen Erwartungen nicht ganz

Die Erstliga-Radballer Marcel Schüle und Björn Bootsmann müssen sich beim Heimspieltag mit sechs Punkten begnügen.

Marcel Schüle (rechts) und sein langjähriger Mitstreiter Björn Bootsmann starten gegen Stein II mit einer unglücklichen 4:5-Niederlage in den Heimspieltag. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Marcel Schüle (rechts) und sein langjähriger Mitstreiter Björn Bootsmann starten gegen Stein II mit einer unglücklichen 4:5-Niederlage in den Heimspieltag. Foto: Alexander Becher

Von Steffen Grün

Bei Heimspieltagen wird die Radsporthalle in Waldrems meistens zum Hexenkessel. So war’s auch am vorletzten Spieltag der Ersten Bundesliga im Zweierradball. In der kleinen und engen Wettkampfstätte sorgten einige Nachwuchsspieler des Vereins mit Trommeln und Schlachtrufen für Stimmung und insgesamt gut 100 Zuschauer bereits für ein recht volles Haus. Die laute Musik vor und nach den Partien sowie bei Unterbrechungen tat ihr Übriges, der Hallensprecher Sebastian Kotb lieferte alle relevanten Infos.

Mit dieser Unterstützung wollten Marcel Schüle und Björn Bootsmann viele wichtige Punkte sammeln. Ihr Ziel: Die Qualifikation für die beiden Final-Five-Turniere und zugleich auch die deutsche Meisterschaft nach zuletzt zwei Spielzeiten im Zeichen des Abstiegskampfes. Hierfür gilt es, im Feld der zwölf Teams mindestens Fünfter zu werden. Dies ist just der Platz, den sie vor dem ersten Anpfiff belegten und demnach mindestens verteidigen müssen. Weil das punktlose Schlusslicht aus Krofdorf krankheitsbedingt abgesagt hatte, waren dem RSV-Duo drei Punkte bereits vorab sicher. Das Problem: Für zwei direkte Konkurrenten im Vorderfeld – den Zweiten aus Großkoschen sowie den Vierten Stein II – galt dasselbe.

Dem Auftaktspiel gegen Stein II mit Michael Birkner und Robert Mlady kam also eine unverändert große Bedeutung zu, doch Waldrems verlor mit 4:5. „Das war ärgerlich, weil wir an ihnen hätten vorbeiziehen können“, sagte Bootsmann. Und auch deshalb, weil mehr drin gewesen wäre. Nach dem 0:2 drehte der RSV den Spieß um. Schüle knallte einen Freistoß unter die Latte und verwandelte einen Viermeter, ehe Bootsmann einen Spielzug zum 3:2 abschloss. Zwei vergebene Viermeter sollten sich aber rächen. Kurz vor und nach der Pause traf Stein II, auf das 4:4 durch Bootsmanns Fernschuss folgte das fünfte Gegentor. „Fehler wurden schnell bestraft“, erkannte Schüle einen Grund für die Niederlage: „Nun müssen wir in den weiteren zwei Spielen punkten.“

Gegen einen direkten Konkurrenten einen wichtigen Sieg eingefahren

Zunächst wartete Großkoschen. Der Zweite, der aber ohne Eric Lehmann und mit einem Ersatzspieler angereist war. Das 1:0 erzielte Bootsmann, das 2:2 nach dem zeitweiligen Rückstand ebenso. Nach der Pause machte der RSV den 4:2-Sieg perfekt. Erst lenkte Bootsmann eine Ecke ins Netz, danach traf Schüle vom Viermeterpunkt. „Die Leistung war nicht optimal, aber das Ergebnis hat gepasst. Hauptsache drei Punkte. Wie, fragt später keiner“, urteilte Bootsmann.

Ein Schlag ins Kontor war das 3:5 gegen Kellerkind Leipzig. Waldrems legte vor, kassierte aber rasch den Ausgleich und das 1:2. „Dann sind wir die ganze Zeit einem Rückstand hinterhergelaufen und haben die Torchancen nicht konsequent genug genutzt“, ärgerte sich Schüle: „Am Ende müssen wir etwas riskieren und kassieren das 3:5.“

Sechs Punkte, von denen es drei kampflos gab, entsprachen nicht ganz den Erwartungen. Aber, so Schüle: „Die Ausgangsposition ist weiter gut.“ Der RSV ist vor dem letzten Spieltag am 29. Juni zwar auf Platz sechs gerutscht, aber der Fünfte Ginsheim hat nur zwei Punkte Vorsprung und schon ein Spiel mehr absolviert. Ziel bleibt das Ticket für die Final-Fives sowie die deutsche Meisterschaft, erstmals seit 2019. Das bislang beste Ergebnis gab es 2018 als Vizemeister. Das wäre wohl auch dieses Mal das Optimum, denn die Dominanz von Raphael Kopp und Bernd Mlady ist beeindruckend. Die Spieler, die einst mit André Kopp und Gerhard Mlady jeweils Weltmeister wurden, haben alle bisherigen 18 Spiele gewonnen und sind eine Klasse für sich. Auch im Hexenkessel in Waldrems brannte nichts an.

Kampf um Zweitliga-Aufstieg

Vorrunde Auch der RSV Waldrems III setzte als Oberliga-Meister auf den Heimvorteil und musste im Feld der sechs Teams mindestens Dritter werden, um ins Finale der Aufstiegsrunde einzuziehen. Das gelang mit drei Siegen und zwei Niederlagen gerade so.

Personalsorgen Weil sich Tim Lindner verletzt hatte und Patrick Fleischmann schon länger ausfällt, rückte neben David Piesch mit Jörg Fehr der nächste Ersatzspieler nach. Der trug mit zwei starken Aktionen zum zwingend notwendigen 5:3-Sieg gegen Bechhofen bei. Trotzdem hofft Piesch, dass Lindner beim Finale wieder dabei ist: „Wenn Tim wieder spielen kann, haben wir gute Chancen.“ Für den Zweitliga-Aufstieg wird abermals Platz drei unter sechs Teams verlangt.

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Erstellt:
10. Juni 2024, 11:30 Uhr

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