Fast alle Stadträte der CDU Backnang stellen sich wieder zur Wahl

Kommunalwahl 2024 Die CDU Backnang möchte sich unter anderem für die Attraktivität der Innenstadt und ein Parkleitsystem einsetzen.

Am 9. Juni findet die Kommunalwahl statt. Symbolbild: Jörg Fiedler

© Jörg Fiedler

Am 9. Juni findet die Kommunalwahl statt. Symbolbild: Jörg Fiedler

Von Melanie Maier

Backnang. Aus vielen bekannten, aber auch aus vielen neuen Gesichtern setzt sich die Liste der CDU Backnang zusammen. Elf Frauen und 15 Männer streben einen Platz im neuen Gemeinderat an. „Gerade über das Interesse der jungen Leute haben wir uns sehr gefreut“, sagt Fraktionssprecherin Ute Ulfert. Das Gespräch mit unserer Zeitung findet aus Zeitgründen telefonisch statt – drei Wochen vor der Kommunalwahl sind die CDU-Mitglieder nicht nur beruflich, sondern auch bei Wahlkampfterminen stark eingespannt. „Mir ist es aber wichtig zu betonen, dass wir als Team unterwegs sind“, hebt Ute Ulfert hervor. Doch zurück zu den jungen Leuten auf der CDU-Liste: Der 19-jährige Rechtswissenschaftsstudent Manuel Stroh Prieto engagiere sich bereits politisch, er sei unter anderem stellvertretender Bundesvorsitzender der Schüler-Union Deutschlands, so die CDU-Sprecherin. Und der 18-jährige Paul Simon sei ein junger Abiturient, der sich für Bildungspolitik und Demokratieförderung interessiere.

Bis auf den Gemeinderatsdienstältesten Gerhard Ketterer stellen sich am 9. Juni alle amtierenden CDU-Stadträtinnen und -Stadträte wieder zur Wahl. Auf der Liste finden sich viele bekannte Personen, darunter etwa Natascha Bobleter, die Ortsvorsteherin von Backnang-Heiningen, oder Volker Schwarze. „Er hat als Vermessungsingenieur immer viel Fachwissen ins Gremium hineingebracht“, sagt Ute Ulfert. Insgesamt habe es sich bewährt, verschiedene Fachkompetenzen zu bündeln – auf der Liste vertreten sind ganz unterschiedliche Berufsgruppen wie etwa ein Fahrlehrer (Andreas Rupp), eine Pflegefachkraft (Natascha Bobleter) oder auch ein Sozialarbeiter (Hussein Al Bakri, der auch Migrantenvertreter der Stadt Backnang ist). Was die Bewerberinnen und Bewerber allesamt auszeichne, sei, dass sie sehr engagiert seien, sagt Ute Ulfert: „Sei es in einem weiteren Ehrenamt oder in einem Verein.“ Die Liste zu 50 Prozent mit Frauen zu besetzen, wurde nicht ganz geschafft, was Ute Ulfert bedauert. „Für Frauen in einem bestimmten Alter ist es noch immer schwieriger, weil sie Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen“, meint sie.

Mehr Schulsozialarbeit ist gewünscht

Gerhard Ketterer, der nach deutlich mehr als 40 Jahren im Gemeinderat aus dem Gremium ausscheiden wird, werde die CDU vermissen. „Aber mit über 80 Jahren steht ihm das auch zu“, sagt Ute Ulfert.

Die Ziele der Liste, sagt die Fraktionssprecherin, seien diejenigen, die die CDU auch in ihrer Haushaltsrede bereits genannt hat. Dazu gehört etwa der Themenbereich Familie und Bildung: Die Schulsozialarbeit müsse ausgebaut, Mensen müssen erneuert werden, Kinderversorgungseinrichtungen sollen wohnortnah erreichbar sein, um nur einige Punkte aus diesem Feld zu nennen. Ein „Riesenthema“ werde auch das neue IBA-Gelände, sagt Ute Ulfert. Dieses müsse in Bezug auf Klimafragen und Mobilität nach dem neuesten Kenntnisstand optimal gestaltet werden. Für die Stadt Backnang gelte es, Klimaziele zu definieren und sie auch umzusetzen – zum Beispiel im Bereich der Wärmeplanung. „Es gibt Gebiete, die nicht an ein Wärmenetz angeschlossen werden können, in denen vielleicht nur Einzellösungen möglich sind. Aber auch für diejenigen, die dort wohnen, muss man sich etwas einfallen lassen“, fordert Ute Ulfert.

Ständig bemühen müsse man sich um die Attraktivität der Backnanger Innenstadt, sowohl was den Handel betreffe als auch die Gastronomie. „Die Straßenmusiktage waren ein gutes Angebot, um Besucher ins Zentrum zu locken.“ Damit diejenigen von außerhalb weiterhin oft und gerne nach Backnang kommen, brauche es ein Parkleitsystem. Gut gelegene Parkhäuser gebe es in Backnang genügend. Generell sei die Mobilität ein großes Thema, sagt Ute Ulfert. Dass der Bahnhof zur Drehscheibe geworden ist, gehe auf eine Idee der CDU zurück. Nun gelte es, den Busbahnhof aufzuwerten.

Weitere Themen

„Unser Wunsch und Wille ist natürlich, wieder stärkste Fraktion im Gemeinderat zu werden“, so Ute Ulfert. Über einen Zuwachs würde sich die CDU selbstredend freuen. Angesichts der in Backnang insgesamt zehn konkurrierenden Listen sei das aber nicht ganz einfach. „Wichtig ist uns, dass sich die Bürgerinnen und Bürger informieren und tatsächlich auch zur Wahl gehen.“

Kandidatinnen und Kandidaten

Für die CDU Backnang kandidieren elf Frauen und 15 Männer. Zudem gibt es einen Ersatzkandidaten und eine Ersatzkandidatin:

Ute Ulfert (67), Ärztin für Allgemeinmedizin; Manuel Häußer (45), Bestattermeister; Sabine Kutteroff (57), Buchhalterin; Rolf Hettich (67), Geschäftsführer; Regina Konrad (59), selbstständige Buchhalterin; Andreas Rupp (54), selbstständiger Fahrlehrer; Ingrid Beerkircher (61), Angestellte; Volker Schwarze (59), selbstständiger Vermessungsingenieur; Natascha Bobleter (50), Geschäftsführerin; Manuel Stroh Prieto (19), Student; Stefanie Schwarz (46), Bürokauffrau; Daniel Mendes Rodrigues (38), selbstständiger Gastronom; Nelli Airich (47), kaufmännische Angestellte; Torsten Vollbrecht (47), kaufmännischer Geschäftsführer; Paul Simon (18), Schüler; Michaela Hattwig (44), Angestellte; Andreas Kaufmann (50), Vertriebsaußendienstmitarbeiter; Alexander Weißbarth (41), Obst- und Gartenbauberater; Ursula von Hennigs (72), Rentnerin; Love Djanko (57), Fahrzeugingenieur; David Pfeiffer (26), Firmenkundenbetreuer; Hussein Al Bakri (32), Sozialarbeiter; Patrizia Kutteroff (28), Senior Consultant; Aygün Altay (28), Bankkaufmann; Andreas Schildknecht (28), Wirtschaftsingenieur, und Selina Häußer (22), Studentin. Ersatzkandidaten sind Adelheid Nick (72), Rentnerin, und Erik Mai (42), Geschäftsführer.

Backnanger Listen Vor der Kommunalwahl stellen wir in der Backnanger Kreiszeitung alle Listen, die in den Backnanger Gemeinderat einziehen wollen, einzeln vor. Fotos und Infos zu den Kandidatinnen und Kandidaten aus den Gemeinden findet man auch in unserem Wahlportal unter wahlen.bkz.de.

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Erstellt:
18. Mai 2024, 06:00 Uhr

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