Feuerwerk: Mann verliert einen Finger
Neben Alkohol sorgt der unvorsichtige Umgang mit Silvesterfeuerwerk für volle Notaufnahmen in Stuttgart.
Von Regine Warth
Stuttgart - Eigentlich sollten funkensprühende Fontänen die Neujahrsnacht erhellen. Doch beim Anzünden einer Feuerwerksbatterie explodierte diese unversehens und verletzte einen Stuttgarter schwer im Gesicht und am Trommelfell.
Es war nicht das einzige Unfallopfer, das in der Silvesternacht in der Notaufnahme des Klinikums Stuttgart chirurgisch versorgt werden musste. „Es gab einige Verletzungen aufgrund von explodierenden Böllern oder Raketen“, berichtet Florian Dengler, Leitender Oberarzt der interdisziplinären Notaufnahme des Klinikums Stuttgart. So explodierte bei einem älteren Mann ein Feuerwerkskörper in der Hand, sodass die Ärzte einen Finger fast gänzlich und einen zweiten teilweise amputieren mussten.
Ähnliches hatte das Marienhospital zu berichten: Als einziges regionales Replantationszentrum im Raum Stuttgart werden dorthin auch Patienten von außerhalb mit schwerwiegenden Handverletzungen überführt. „Bei einem Mann mittleren Alters aus dem Raum Pforzheim hat ein explodierter Feuerwerkskörper die Finger so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass ihm Teile davon amputiert werden mussten“, sagt Yves Oberländer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Notfallmedizin. „Wir rechnen schon im Vorfeld mit solchen Verletzungen, weshalb das Team der Notaufnahme am 31. Dezember personell sehr gut aufgestellt ist.“
Lediglich zwei Böller-Unfälle bei Jugendlichen gab es medizinisch zu versorgen: Bei einem kam es zu einer Verletzung am Ohr durch eine fehlgeleitete Rakete. Ein Mädchen verletzte sich am Dekolleté, weil sie sich über eine scheinbar ausgebrannte Feuerwerksbatterie gebeugt hatte – und diese noch mal zündete. „Beide Patienten konnten ambulant versorgt werden“, sagt Raphael Staubach, Geschäftsführender Oberarzt der Kinderchirurgie. In der Pädiatrischen Notaufnahme des Klinikums Stuttgart kam es zu Handgreiflichkeiten aufgrund von zu viel Alkohol: „Eine Ärztin wurde beim Untersuchen eines alkoholisierten Jugendlichen von diesem geschlagen“, berichtet der Oberarzt Thomas Heigele. Auch gab es eine polizeiliche Gewahrsamnahme. „Der normale Silvester-Alltag.“
