Kommentar: Gefährliche Eskalation

Kommentar: Gefährliche Eskalation

Von Ellen Hasenkamp

Acht Kriege habe er bereits beendet, rühmt sich Donald Trump. Dass das so nicht ganz stimmt, weiß jeder, der die Nachrichten verfolgt. Stattdessen ist der US-Präsident nun offenbar dabei, selbst einen Krieg anzuzetteln. Wenn seine Aussagen zutreffen, hat sein Feldzug gegen das sozialistische Venezuela eine neue Stufe erreicht: Erstmals haben die USA auf dem venezolanischen Festland einen Angriff ausgeführt. Was Trump eine „große Explosion“ nennt, ist die gefährliche Eskalation eines blutigen Konflikts, der nur vorgeblich den Drogenkartellen gilt.

Mehr als hundert Menschen wurden bereits bei Angriffen gegen mutmaßliche venezolanische Drogenboote getötet. Für viele Kritiker steht fest: Es handelt sich um außergerichtliche Hinrichtungen. Von Verstößen gegen das Völkerrecht, Kriegsverbrechen und Mord ist die Rede. Dem Friedensnobelpreis dürfte Trump so nicht näherkommen.

Was den US-Präsidenten und seine Regierung antreibt, reicht weit über den vermeintlichen Anti-Drogen-Kampf hinaus: Zum einen geht es um Attacken gegen eine unliebsame linksnationalistische Regierung – obwohl Trump der Einmischung in anderen Ländern ja eigentlich abgeschworen hatte. Zum anderen geht es um Öl. Venezuela verfügt über die größten Reserven der Welt, an deren Ausbeutung China bereits in großem Stil beteiligt ist. In jedem Fall ist ein weiterer Krieg das Letzte, was die Welt im neuen Jahr gebrauchen kann.

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Erstellt:
30. Dezember 2025, 22:08 Uhr
Aktualisiert:
31. Dezember 2025, 21:58 Uhr

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