Mehr Lärmschutz beim Chillplatz in Auenwald gewünscht

Der Chillplatz für Jugendliche bei Hohnweiler soll realisiert werden. Zugleich werden Maßnahmen zum Lärmschutz in die Wege geleitet, darunter ein Erdwall und eine Mauer. Anwohner äußern bei einer Informationsveranstaltung Befürchtungen wegen nächtlicher Ruhestörung.

Der Chillplatz soll am ehemaligen Bauhoflagerplatz östlich des Vereinsgeländes des TSV Lippoldsweiler entstehen. Archivfoto: Florian Muhl

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Der Chillplatz soll am ehemaligen Bauhoflagerplatz östlich des Vereinsgeländes des TSV Lippoldsweiler entstehen. Archivfoto: Florian Muhl

Von Annette Hohnerlein

Auenwald. Die Jugendlichen in Auenwald wollen schon seit Jahren einen Platz, an dem sie sich ungestört treffen und feiern können – verständlich. Die Anwohner dagegen möchten nicht durch Lärm in ihrer Nachtruhe gestört werden – ebenfalls verständlich. Die Aufgabe ist es nun, diese beiden Anliegen unter einen Hut zu bringen. Dafür hatte die Gemeinde die Bürger zu einer Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle Hohnweiler eingeladen, zu der Bürgermeister Kai-Uwe Ernst rund 50 Besucher begrüßte.

Der Chillplatz für die Jugendlichen der Gemeinde soll am ehemaligen Bauhoflagerplatz östlich des Vereinsgeländes des TSV Lippoldsweiler zwischen Hohnweiler und Bruch entstehen. Bauamtsleiter Pierre Mayer erläuterte die bisherige Entwicklung des Projekts. Die Idee entstand schon 2018 bei einem Jugend-Hearing am Bildungszentrum. Das Verfahren zog sich danach über fünf Jahre hin, im September 2023 kam die Baugenehmigung. Im Anschluss regte sich Widerstand in der Bevölkerung, speziell bei Anwohnern der Straßen „In den Dinkeläckern“ und „Im Gerstenfeld“ am Ortsrand von Hohnweiler. Martin Schwarz als Wortführer der Anwohnerinitiative ließ Bürgermeister und Gemeinderat einen zwölfteiligen Fragenkatalog zukommen.

Geplant sind Grillstelle, Toilette, Überdachung und Sitzmöglichkeiten

Der genehmigte Entwurf des Backnanger Büros Roosplan sieht eine gepflasterte Fläche von 50 Quadratmetern vor, auf der eine Grillstelle, ein Toilettenhäuschen und eine Überdachung angelegt werden. Als Sitzmöglichkeiten sind Felsblöcke vorgesehen, zwei Bäume und mehrere Schlehenhecken sollen das Gelände begrenzen. Martin Schwarz hatte vom gleichen Büro einen alternativen Plan erstellen lassen. Darin wird der gepflasterte Bereich um wenige Meter nach Osten verschoben und das Gelände mit einem 2,5 Meter hohen Erdwall und einer anschließenden Lärmschutzwand in Richtung Hohnweiler abgeschirmt. Diese Wand soll auf der einen Seite begrünt werden, die andere Seite könnte mit einem Graffiti gestaltet werden. Die Gemeinde möchte den Chillplatz nun in einem ersten Schritt in der genehmigten Version bauen, um mit dem Verfahren nicht wieder von vorne beginnen zu müssen, wie Mayer ausführte. Für Mai ist die Ausschreibung der Arbeiten geplant, im dritten Quartal soll die Anlage gebaut und eröffnet werden. Parallel dazu soll der Antrag für die Lärmschutzmaßnahmen gemäß dem zweiten Plan vorangetrieben werden.

Bei der Informationsveranstaltung zum Chillplatz standen die Beteiligten Rede und Antwort (von links): Hauptamtsleiterin Yvonne Bader, die Jugendreferenten Konstantinos Kafasis und Lukas Euchner, Roland Schmidt und Jochen Roos von Roosplan. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Bei der Informationsveranstaltung zum Chillplatz standen die Beteiligten Rede und Antwort (von links): Hauptamtsleiterin Yvonne Bader, die Jugendreferenten Konstantinos Kafasis und Lukas Euchner, Roland Schmidt und Jochen Roos von Roosplan. Foto: Alexander Becher

Hauptamtsleiterin Yvonne Bader stellte anschließend die Richtlinien für die Benutzung des Chillplatzes vor. Es sei ihr wichtig, dass die Jugendlichen ihren Platz selbst verwalten und dort ungestört sind. „Die Nutzung soll ohne Anmeldung erfolgen, die Jugendlichen können sich treffen, wann sie Lust und Laune haben“, so Bader. Allerdings müssten beim Abspielen von Musik die gesetzlich vorgegebenen Lärmgrenzen eingehalten werden, ab 22 Uhr sei die Nachtruhe zu beachten. In Ausnahmefällen könnten dort auch Veranstaltungen stattfinden, etwa ein Sommerfest, Workshops oder Meetings, die vom kommunalen Jugendreferat durchgeführt werden, auch private Geburtstagsfeiern seien möglich. Derartige Veranstaltungen müssten aber bei der Gemeinde angemeldet werden.

Bei der anschließenden Diskussion meldeten sich vor allem Anwohner zu Wort, die sich Sorgen um ihre Nachtruhe machten und einen Lärmschutz forderten. Bereits jetzt käme es immer wieder vor, dass Feiern auf dem Fußballgelände neben dem geplanten Chillplatz bis spät in die Nacht andauerten, so die Klagen. Martin Schwarz erläuterte, dass die Topografie dabei wie ein Schalltrichter in Richtung Hohnweiler wirkt. Der Bürgermeister verwies auf die Möglichkeit, in derartigen Fällen die Polizei zu verständigen, und sagte zu, die Entwicklung des Chillplatzes im Auge zu behalten. „Es ist eine dynamische Entwicklung; wir werden mit Maßnahmen nachsteuern.“ Er bat aber darum, die Jugendlichen nicht vorab zu verurteilen.

Die Sorge: der Chillplatz könnte zur Anlaufstelle werden

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Es wurden auch Befürchtungen laut, der Chillplatz könne im größeren Stil von Auswärtigen genutzt werden. Dazu meinte Jugendreferent Lukas Euchner: „Das wird kein großer Anziehungspunkt werden; das ist für Jugendliche aus Backnang nicht interessant.“ Außerdem bot er an, den Anwohnern die Kontaktdaten der Jugendreferenten zu geben oder eine Whatsapp-Gruppe zu bilden, um sich schnell um etwaige Beschwerden kümmern zu können. Sein Kollege Konstantinos Kafasis ging auf die Frage eines Besuchers nach der Zufahrt und der Verkehrsführung ein: „Die meisten Nutzer sind zwischen 14 und 17 Jahre alt, die kommen mit dem Roller, dem Fahrrad, die meisten zu Fuß. Da wird nur ab und zu mal ein Auto fahren.“

Auf die zusätzlichen Kosten von Lärmschutzwall und -wand angesprochen, sprach Jochen Roos vom Büro Roosplan von geschätzten 15.000 Euro. Euchner sagte zu, sich zusammen mit seinem Kollegen auf die Suche nach Fördermitteln zu machen. Und er versicherte: „Wir werden allen auf die Nerven gehen, dass die Wand kommt. Auf uns können Sie sich verlassen.“

In Sachen Kosteneinsparung machte Jürgen Kengeter, Gemeinderat der Freien Wählervereinigung Auenwald, einen Vorschlag. Er bot an, zusammen mit ortsansässigen Firmen die Arbeiten auf dem Gelände unentgeltlich auszuführen, sodass auf die Gemeinde nur noch die Materialkosten zukämen. Dafür möchte er die Verwaltung, die Firmen und die Jugendlichen an einen Tisch bringen.

Insgesamt verlief die Diskussion weitestgehend sachlich und war von Verständnis für die jeweils andere Seite geprägt. Auch wenn sich Martin Schwarz eine frühere Einbeziehung der Bürger gewünscht hätte, zeigte er sich nach der Veranstaltung zufrieden mit dem Ergebnis: „Ein zweistufiges Verfahren ist okay. Wir wollen keine Eskalation, sondern einen Dialog.“

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Erstellt:
23. Februar 2024, 06:00 Uhr

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